Stoffel will in Vals (sehr) hoch hinaus

Stoffel will in Vals (sehr) hoch hinaus

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Teaserbild-Quelle: Visualisierungen MIR. Creative Studio

Stolze 380 Meter soll er offenbar in den Himmel ragen, der Valser Hotelturm, den Remo Stoffel im Bergdorf plant. Das schreiben mehrere Sonntagszeitungen. Aber wird dieses Werk tatsächlich je einst gebaut werden?

Dass Remo Stoffel ein Visionär ist, weiss man. Mit seinem gigantischen Bauvorhaben in Vals sprengt er nun aber jeden Rahmen. Am Wochenende ist nämlich eine Visualisierung für sein geplantes Luxushotel in verschiedenen Medien aufgetaucht. Demnach soll es einen Turm geben – und zwar den grössten in Europa. Es heisst, dass er 380 Meter in den Himmel ragen soll. Höher sind auf dem Kontinent nur Sendemasten und Bohrtürme. Seine Grundfläche ist mit 16 Metern Breite und 30 Metern Länge hingegen äusserst bescheiden. Um die Stabilität des „Monolithen“ zu gewährleisten, müsste er also extrem tief im Boden verankert werden – und dort würde das Fundament mit der Valserwasser-Quellschutzzone kollidieren. Ausserdem ist der Hang rutschgefährdet. Von Remo Stoffel bestätigt sind diese Zahlen allerdings noch nicht. Das Hotelprojekt soll nämlich erst am 25. März in Zürich offiziell vorgestellt werden.

Doch bereits jetzt hagelt es Kritik, wie in verschiedenen Sonntagszeitungen nachzulesen ist. Der Schweizer Architekturprofessor Vittorio Lampugnani sagt beispielsweise, dass Hochhäuser in den Schweizer Alpen tendenziell eine Absurdidät seien. Andere finden, das Prestigeprojekt des amerikanischen Stararchitekten Thom Mayne sei nur Sensation. Ob der Turm bautechnisch überhaupt realisierbar ist, daran scheint niemand zu zweifeln. So meint Architekturkritiker Benedikt Loderer im Tagesanzeiger: „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör.“ Es sei ganz klar, dass das bautechnisch machbar sei. Die Frage sei, ob Aufwand und Ertrag überhaupt stimmten. „Wenn ich mir vorstelle, wer da dahintersteckt, dann glaube ich es nicht.“ Er spricht damit offensichtlich den zweifelhaften Ruf des Bauherrn Remo Stoffel an. Diesen hält Loderer für einen „windigen Investor“. Schliesslich hat sich der Valser Unternehmer bereits mehrfach wegen Vermögens- und anderen Delikten vor diversen Gerichten verantworten müssen. (mt)


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