Steinhaufen als Energiespeicher

Steinhaufen als Energiespeicher

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Teaserbild-Quelle: www.siemens.com/presse

In Zukunft soll Energie in Steinhaufen gespeichert werden können, die man bei Bedarf auf- und entladen kann. In einem Testaufbau eines derartigen Speichers in Hamburg lassen sich rund 36 Megawattstunden speichern.

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So funktioniert der FES-Speicher

Gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg Harburg (TUHH) sowie dem städtischen Energieversorger Hamburg Energie forscht Siemens an einer sparsamen Speichertechnologie für Energie. Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heisst, wird dabei überschüssige Windenergie in Wärme umgewandelt und in einer isolierten Steinschüttung gelagert. Bei Bedarf wandelt eine Dampfturbine die Wärme zurück in Strom.

Zurzeit betreibt Siemens in Hamburg-Bergedorf einen Testaufbau des Speichers. Er trägt den Namen «Future Energy Solution» (FES). Dort erforsche man gemeinsam mit Wissenschaftlern des Instituts für Thermofluiddynamik der TUHH, wie das Laden und Entladen besonders effizient gestaltet werden könne, heisst es. Einen wesentlichen Einfluss haben die Anordnung der Steinschüttung sowie die Form des umgebenden Isolierbehälters. Getestet wird der Speicher mit Temperaturen von über 600 Grad Celsius. «Ähnlich wie ein Heissluftfön bringt ein Gebläse mittels elektrisch erhitztem Luftstrom die Steine auf Temperatur. Beim Ausspeichern erhitzen die heissen Steine wiederum den Luftstrom, der dann einen Dampfkessel betreibt, dessen Druck über eine Turbine einen Generator antreibt», erklärt Siemens das Prinzip.

Allerdings werden im Testaufbau derzeit lediglich die thermischen Voraussetzungen des Speicherverfahrens erprobt. Die Rückverstromung fehlt noch. Die komplette Umwandlung wolle man erstmals im Frühjahr 2017 erproben. Dann entstehe ein vollständiger thermischer Speicher auf dem Gelände der Aluminiumhütte Trimet in Hamburg-Altenwerder, heisst es. Er werde in einem Behälter mit rund 2000 Kubikmetern Gestein etwa 36 Megawattstunden speichern können. Laut Mitteilung rechnen die Forscher damit, bereits in diesem frühen Entwicklungsstadium einen Wirkungsgrad von rund 25 Prozent zu erzielen. Das Konzept biete jedoch ein Potenzial für Wirkungsgrade um 50 Prozent. Siemens-Projektleiter Till Barmeier: «Die Technologie unseres FES-Speichers setzt bewusst auf grösstenteils bewährte Technik.» Deshalb und weil man mit einer seriengefertigten Dampfturbine arbeite, könne man innerhalb weniger Jahre eine praxistaugliche Lösung anbieten. (mt/pd)