Starkes Wachstum in Schwellenländern

Starkes Wachstum in Schwellenländern

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Die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika hat dank starkem Wachstum in den Schwellenländern im ersten Halbjahr 2010 zugelegt und Marktanteile gewonnen. Der Reingewinn kletterte um 63,4 Prozent auf 150,5 Millionen Franken. Schuldenkrise und Materialkosten dämpfen Erwartungen für das zweite Halbjahr.
 
Der Betriebsgewinn (EBIT) lag mit 216,5 Millionen um 46 Prozent über dem Vorjahr. Dies teilt der Konzern mit. Das Unternehmen begründet den Anstieg mit reduzierten Personalaufwendungen und niedrigen Materialkosten. Der Umsatz ist um 5,6 Prozent auf 2,09 Milliarden Franken angestiegen. Darin enthalten ist ein Akquisitionseffekt von 1,9 Prozent. Zudem wirkten sich Wechselkursveränderungen mit -1,1 Prozent negativ aus. Mit dem Halbjahresergebnis übertrifft Sika einmal mehr die Schätzungen der Analysten. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Reingewinn von 131,7 Millionen Franken und einem Umsatz von 2 Milliarden Franken gerechnet. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) spricht von einem soliden und breit abgestützten Wachstum. Die Sika-Aktie legte im frühen Handel in einem etwas leichteren Gesamtmarkt um 2,2 Prozent auf 2006 Franken zu. Damit lag der Kurs knapp unter dem Jahreshoch.

Starkes Wachstum in China

Währungsbereinigt ist Sika in allen Regionen gewachsen. Vor allem im asiatisch-pazifischen Raum wurden hohe Wachstumsraten erzielt. Der Umsatz stieg hier um 23,8 Prozent. In China konnte der Erlös im Vergleich zur Vorjahresperiode gar um satte 40 Prozent gesteigert werden. Bescheidener ist das Wachstum in Nordamerika (+5,6 Prozent) sowie Nord- und Südeuropa (+2,2 respektive +1,3 Prozent) ausgefallen.
 
Die Umsätze mit Produkten für Aussenanwendungen litten im ersten Quartal des Jahres erheblich wegen des lang andauernden, schneereichen Winters, der die Bauaktivitäten in Europa und Nordamerika bremste. Im zweiten Quartal normalisierten sich die Bedingungen und der Umsatz mit Produkten für die Bauindustrie stieg insgesamt um mehr als 7 Prozent. Im ersten Halbjahr betrug das Umsatzwachstum währungsbereinigt 3,5 Prozent, inklusive eines Akquisitionseffekts von 2,2 Prozent. - Der Umsatz mit Produkten für die industrielle Fertigung stieg um 20,1 Prozent. Zu diesem Erfolg trugen die Lieferungen an die Automobilindustrie für neue Fahrzeugmodelle bei. Positiv habe sich zudem die deutlich angestiegenen Produktionszahlen für Automobile, Busse und zum Teil auch für Nutzfahrzeuge beigetragen.

Schuldenkrise trübt Ausblick

Sika erwartet für das zweite Halbjahr weiteres Wachstum vor allem in den aufstrebenden Märkten. In Nordamerika geht der Konzern davon aus, dass sich die leichte Erholung fortsetzen sollte. Die Entwicklung des Marktes in Europa sei aufgrund der hohen Staatsverschuldungen dagegen völlig offen. Steigende Rohstoffpreise dürften sich gemäss Sika negativ auf die Materialkosten auswirken. (sda)