Starker Franken setzte Geberit zu

Starker Franken setzte Geberit zu

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Vergangenes Jahr hat die Sanitärtechnikgruppe unter der Frankenstärke gelitten. Wie das Unternehmen mitteilt, ist der Umsatz um 1,6 Prozent auf 2,15 Milliarden Franken gesunken. Währungsbereinigt stieg der Umsatz allerdings um fünf Prozent.
 
Im vierten Quartal hat sich das Wachstum der Geberit-Gruppe im Vergleich zum zweiten und dritten Quartal mit einem Umsatzplus von 3,9 Prozent in Lokalwährungen allerdings etwas abgeschwächt. Geberit ist in allen Regionen gewachsen: In Europa stiegen die Umsätze in Lokalwährungen um 4,6 Prozent, lediglich in den Benelux-Ländern und auf der iberischen Halbinsel sind die Umsätze geschrumpft. In Asien und im pazifischen Raum wurde ein Umsatzwachstum von 22,2, in Amerika eines von 6,8 und im Nahen Osten und in Afrika eines von 1,7 Prozent verzeichnet.
 
In der Schweiz hat Geberit im vierten Quartal nach Preissenkungen eine Umsatzeinbusse erlitten. Laut Firmenchef Albert Baehny seien die Preissenkungen notwendig geworden, weil Kunden wegen der Frankenstärke begonnen haben, Geberit- Produkte direkt im nahen Euro-Raum einzukaufen.
 
Gleichzeitig mit den Umsatzzahlen hat die Sanitärtechnikgruppe mit Sitz in Rapperswil-Jona SG auch einen Rückkauf von Aktien angekündigt. In den kommenden zwei Jahren sollen maximal 5 Prozent des eingetragenen Aktienkapitals zurückgekauft und mittels Kapitalherabsetzung vernichtet werden. Laut der Geberit hat das Aktienrückkaufprogramm beim gegenwärtigen Aktienkursniveau ein Volumen von rund 440 Millionen Franken. Nach Bekanntgabe der Umsatzzahlen ist der Wert der Geberit-Papiere an der Börse allerdings erheblich gesunken. Am Donnerstagmorgen notierten sie im Vergleich zum Schlusskurs des Vorabends um bis zu 7,7 Prozent im Minus. Börsenanalysten begründeten den Werteinbruch der Aktie vor allem mit dessen hohen Bewertung - seit September ist der Aktienkurs von Geberit nämlich um über 35 Prozent gestiegen.
Wie die Geberit weiter mitteilt, wird Konzernchef Baehny ab April zusätzlich auch das Präsidium des Verwaltungsrates übernehmen. Er ersetzt Günter Kelm, der altershalber zurücktritt. Mit Robert Spoerry als Vizepräsident des Verwaltungsrats will Geberit nach eigenen Angaben sicherstellen, dass die Grundsätze einer guten Unternehmensführung (Corporate Governance) trotz des Doppelmandats von Bahny "weiterhin vorbildlich" eingehalten werden. (sda)