Starchitekt Botta baut für HC Ambrì-Piotta

Starchitekt Botta baut für HC Ambrì-Piotta

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg

Das 1959 eröffnete Eishockeystadion von Ambrì-Piotta  ist zwar legendär, aber in die Jahre gekommen. Weil sie heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt, soll die Pista la Valascia neue gebaut werden. Und zwar von Mario Botta, der den Auftrag dazu direkt vom Club erhalten hat.

Nur dank einer Ausnahmebewilligung kann im Stadion überhaupt noch gespielt werden. Allerdings sind auch diese Tage gezählt: Damit der Club für die Saison 2015/16 überhaupt eine Spiellizenz erhält, muss er beweisen, dass die Planung des neuen Stadions in Angriff genommen worden ist.

Das Zuhause des HC Ambrì-Piotta  in einer lawinengefährdeten Zone liegt und darum gar nicht renoviert werden darf, änderte die Gemeinde Quinto, zu der die Dörfer Ambrì und Piotta gehören, den Zonenplan dahingehend, dass das neue Stadion auf dem ehemaligen Flugplatz von Quinto gebaut werden kann. Es soll rund 7000 Zuschauer Platz bieten, zudem sollen auch Läden, Büros und Restaurants dazu gehören. Läuft alles nach Wunsch, geht es 2018 in Betrieb. Kosten soll das Projekt insgesamt rund 45 Millionen Franken.

Architekt ist Mario Botta, der zuvor bereits die Machbarkeitsstudie für die neue Spielstätte erstellt hatte. Den Auftrag für das Stadion selbst hat er direkt vom Eishockeyverein erhalten. Dies berichtete der Tages-Anzeiger in seiner aktuellen Ausgabe. Aus Zeitgründen habe man gar nicht anders gekonnt, begründete CVP-Ständerat Filippo Lombardi, der seit rund sechs Jahren als Clubpräsidenten amtet, das Vorgehen des HC gegenüber der Zeitung. Damit eine öffentliche Ausschreibung, wie sie das Tessiner Submissionsgesetz fordert, umgangen werden kann, hat der Club auf Subventionen von rund 1,8 Millionen Franken für die Projektarbeit verzichtet. Das Honorar für Botta übernehme vollumfänglich ein privater bisher anonymer Sponsor, heisst es weiter.

Dies sorgt laut Tages-Anzeiger in Architektenkreisen für Überraschung und Besorgnis, weil dabei öffentliche Gelder im Spiel sind. Vergangenen Dezember hat der Tessiner Staatsrat eine Kreditbotschaft für das neue Stadion verabschiedet. Sie liegt noch bei der vorberatenden Kommission des Grossen Rats hängig. Denn nachdem bekannt wurde, dass man Mario Botta direkt mit dem Auftrag betraut hatte, sorgt sie für Fragezeichen.  In der Auflistung der Subventionen sind nämlich auch Architekturwettbewerbe auf geführt. (mai)

Quelle: 
zvg
Der Stadion will Botta drei Meter in den Boden versenken.