Stärkere Schäden am Tunnelgwölbe

Stärkere Schäden am Tunnelgwölbe

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Durch den Brand im Juni wurde das Naturstein-Gewölbe des Simplon-Bahntunnels massiver beschädigt als bisher angenommen. Seine Tragfähigkeit ist laut Mitteilung der SBB aber nicht gefährdet. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember soll der Tunnel wieder in Stand gesetzt werden.
 
Die SBB hat nach der Bergung der zehn ausgebrannten Güterwagen aus dem Simplontunnel nun auch die Untersuchung der Struktur des beim Brand vom 9. Juni betroffenen Tunnelabschnitts abgeschlossen. Wie die SBB mitteilung, zeigen die Resultate zeigen, dass das Naturstein-Tunnelgewölbe auf einer Länge von rund 300 Metern Schäden in Form von Abplatzungen aufweist. Das Wegen Temperaturen von bis zu 800 Grad brach das Gewölbe teilweise auf einer Tiefe von bis zu 20 Zentimetern auseinander.
 
Bis zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wird die gesamte Infrastruktur des betroffenen Abschnitts zum Schutz vor Langzeitschäden und weiteren Ereignissen komplett wiederhergestellt. Dazu arbeiten fortan je rund 15 Personen in zwei Bauschichten an zehn Stunden: Unter anderem tragen sie im Tunnel auf einer Fläche von rund 1800 Quadratmetern Spezialmörtel im beschädigten Tunnelgewölbe auf. Daneben sind weitere 20 bis 25 Leute auch ausserhalb des Tunnels mit Instandsetzungsarbeiten beschäftigt. Für die Instandsetzung rechnen die SBB mit Kosten von rund zwölf Millionen Franken. In welchem Ausmass Versicherungen dafür aufkommen, wird noch abgeklärt. Die Suche nach der Ursache des Brandes obliegt der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Ordentliche Sanierung 2012 bis 2014

Mit den Massnahmen zur Instandsetzung des beschädigten Tunnelabschnitts schafft die SBB die Voraussetzungen, um den Betrieb während der bereits geplanten Tunnelerneuerungsarbeiten zwischen 2012 und 2014 zu gewährleisten. Im Rahmen dieser ordentlichen Sanierung die SBB sämtliche baulichen und technischen Anlagen des über 100 Jahre alten Tunnels den heutigen Anforderungen bezüglich Sicherheit und Technik an. Dazu gehören beispielsweise Selbstrettungsmassnahmen, ein Stellwerk- und Weichenersatz sowie Anpassungen bei der Entwässerung. Gesamthaft investieren die SBB für die ordentliche Sanierung des Simplontunnels 130 Millionen Franken. (mai/sda)
 
 

Angepasster Fahrplan

 
Kapazitätseinschränkungen wegen der Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten zeichnen sich laut SBB vor allem beim Güterverkehr: Ein Teil der ursprünglich über den Simplon geplanten Güterzüge werden via Gotthard-Luino oder Gotthard-Chiasso umgeleitet. Beim Personenverkehr sei grundsätzlich mit keiner Reisezeitverlängerung zu rechnen, versichert die SBB. Die internationalen Eurocity-Züge Genf-Mailand und Basel-Mailand verkehren wie gewohnt planmässig in beiden Richtungen durch den Simplontunnel.
 
 
Die angepassten Fahrzeiten für Regional- und Interregio-Züge sind unter www.sbb.ch abrufbar. Der Fahrplan für den Autoverlad ist auf www.sbb.ch/ autoverlad ersichtlich. - Dieser Fahrplan wird für die ordentlichen Sanierungsarbeiten 2012-2014 weitergeführt.