Stadtplanung mit BIM

Stadtplanung mit BIM

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Teaserbild-Quelle: Visualisierung: Astoc Architects and Planners/HPP Architects/Land Srl

Was bei Einzelgebäuden im Kommen ist, wendet man in Moskau auf einen ganzen Stadtteil an: Mit Hilfe von BIM wird im Westen von Russlands Hauptstadt auf einer Fläche von 460 Hektaren ein neues Quartier entwickelt.

65‘000 Menschen sollen dereinst im Westen von Moskau ein neues Zuhause finden. Im Rahmen des Projekts „International Financial Center“ (IFC) entsteht im Gebiet Rulyovo-Arkhangelskoye ein modernes Quartier. Auf einer Fläche von 460 Hektaren werden Wohn- und Bürogebäude sowie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Hotels und weitere Einrichtungen Platz finden. Die Kosten belaufen sich auf geschätzte fünf Milliarden Euro.

Für die Planung des Versorgungssystems zeichnet Drees & Sommer verantwortlich. Das internationale Unternehmen begleitet private und öffentliche Bauherren und arbeitet bei diesem Megaprojekt mit BIM, wie es in einer Mitteilung der Firma heisst. Daten über Ab- und Regenwasser, Trinkwasser, Telekommunikation, Energie, Strom und Strassen wurden in einem 3D-Stadtmodell zusammengefasst. Hierbei seien integrierte Tools zum Einsatz gekommen, um beispielsweise das Mikroklima zu simulieren oder ein virtuelles Modell und Augmented Reality zu erzeugen. Bei der Planung von Schnittstellen sowie Ver- und Entsorgungsinfrastruktur kam City-BIM zur Anwendung. „Möglich wurde dieses Vorgehen durch den Transfer der Erfahrungen und Kenntnisse aus der BIM-Planung von Einzelgebäuden auf die grossflächige Stadtplanung“, schreibt Drees & Sommer. Die mehrdimensionale Darstellung in Schichten erlaube es, auch grosse Flächen und komplexe Gebäude kollisionsfrei abzubilden.

Nebst dem Versorgungssystem erarbeiteten die Experten des Unternehmens auch ein dynamisches Finanzmodell, um damit die Kosten für verschiedene Entwicklungsszenarien zu errechnen und abschätzen zu können, wie sich alternative Ingenieurlösungen auf den Zeitrahmen und das Finanzergebnis des Projekts auswirken würde.

Deers & Sommer hatte sich gemeinsam mit dem Städteplaner Astoc Architects and Planners, dem Freianlagenplaner Land sowie den Architekten HPP Hentrich-Petschnigg & Partner gegen über 80 Wettbewerber durchgesetzt und den Zuschlag für die Realisierung des neuen Stadtteils erhalten. In diesen Tagen sollen laut Mitteilung die Bebauungspläne beschlossen werden. (mt/pd)