Stadtcasino-Baustelle in Basel löst Grabungen aus

Stadtcasino-Baustelle in Basel löst Grabungen aus

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Das Stadtcasino in Basel wird umgebaut und erweitert. Die Kantonsarchäologen führen deshalb sogenannte "Not- oder Rettungsgrabungen" durch. Über ihre Arbeit berichten sie laufend auf Facebook.

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Grabungen unter dem Casino: Dieses Foto ist auf den Facebook-Seiten der Archäologischen Bodenforschung zu sehen

Vom Um- und Erweiterungsbau des Basler Stadtcasinos ist zurzeit ausser Absperrgittern praktisch noch nichts zu sehen. Doch im Innern gräbt die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt bis sieben Meter in den Untergrund. Die Grabungsarbeiten können auf der Facebook-Seite der Archäologischen Bodenforschung Basel-Stadt verfolgt werden - sogar in bewegten Bildern.

Bei den archäologischen Arbeiten handelt es sich um sogenannte "Not- oder Rettungsgrabungen". Der Erweiterungsbau des Casinos samt Unterkellerung des Musiksaals berührt archäologisch wertvolle Schichten. Diese seien für die Geschichte der Stadt Basel und die frühe Schweizer Geschichte von eminenter Bedeutung, hiess es in der Vorlage der Regierung an den Grossen Rat. Das Kantonsparlament bewilligte 1,5 Millionen für die Grabungen unter dem Stadtcasino.

Erste Barfüsserkirche

Die Grabungen sollen Aufschluss geben über die frühe Besiedlung des Barfüsserplatzes, die verschiedenen Stadtmauern, die Stadterweiterung des 13. Jahrhunderts und das im 19. Jahrhundert abgerissene Barfüsser-Kloster.

Das Areal des Stadtcasinos lag ursprünglich vor den Toren der Stadt und beherbergte eine Handwerkersiedlung. Mit dem Bau der inneren Stadtmauer um 1230 wurde das Gebiet des heutigen Barfüsserplatzes eingemeindet. In der Folge liess sich hier der Bettelorden der barfuss in Sandalen gehenden Franziskaner nieder und gab dem Areal den Namen. Die Ordensbrüder gründeten ein Kloster und bauten um 1250 die erste Barfüsserkirche, die nur etwa 70 Jahre Bestand hatte.

Kreuzgang freigelegt

Freigelegt haben die Archäologen bis jetzt drei Meter unter dem Boden die Mauern des mittelalterlichen Klosters und Fragmente des Kreuzgangs. Sichtbar wurden die verputzte Rückwand und das Mörtelbett eines Tonplattenbodens. Die Tonplatten wurden 1843 beim Abbruch des Klosters entfernt und verkauft.

Die archäologischen Arbeiten begannen Mitte Oktober und dauern bis zum Herbst 2017. Sie beeinträchtigen den Zeitplan des Umbau-Projekts nicht. Der Erweiterungsbau des Stadtcasinos soll bis 2019 fertiggestellt werden. (mgt)