Stadtarchitekt für Chur gefordert

Stadtarchitekt für Chur gefordert

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Seit Ende Januar ist Churs Stadtarchitekt Peter Göldi nicht mehr im Amt. Stadtrat Tom Leibundgut hat seine Funktion interimistisch übernommen. Das sorgt bei Fachleuten für Fragezeichen, vor allem angesichts der Planung von Chur West. In einem offenen Brief fordern unter anderem der BSA und die Sektion Graubünden des SIA: „Chur West braucht einen qualifizierten Stadtarchitekten.“

Chur West soll zum wohnlichen Vorzeigequartier werden. Wie dies geschehen soll, darüber ist man sich nicht einig. Vor allem Fachleute kritisieren das Vorgehen. (Mehr dazu im Artikel  Chur Wests geplantes Lifting sorgt für Diskussionen vom 18. Februar 2015.) Mitten in diesen Diskussionen ist der Stadtarchitekt entlassen worden, die Leitung des Hochbauamtes liegt nun beim Stadtrat. Das sorgt für Ärger bei Berufsverbänden – beim BSA,  bei der Sektion Graubünden des SIA, der Ortsgruppe Graubünden des Schweizerischen Werkbundes sowie beim Bündner Heimatschutz.

In einem offenen Brief, der heute in der Zeitung „Südostschweiz“ veröffentlicht wurde, monieren die Verbände, dass die Arbeit eines Stadtarchitekten nun von einem „architektonischen Laien“ übernommen wird.  Weiter schreiben sie: „Die Fachkompetenz eines (Stadt-)Architekten – so die Behauptung des Stadtrates – braucht es auch in der Entwicklung eines Stadtteils nicht. Denn das entsprechende Wissen sei von den Raumplanern in der Abteilung „Stadtentwicklung“ abgedeckt.“  In den Augen der Verbände fehlt der Stadtplanung ohne einen Architekten die wichtigste Disziplin.  Denn es gehe nicht einfach um die Verwaltung des Raumes sondern in besonderer Weise auch um dessen Gestaltung.  „Zu welchem Resultat ein Stadtentwicklungsprozess führt, wenn die Architektur aussen vor gelassen wird, zeigt die viel kritisierte Planung Chur West.“  

Im Interesse einer guten baukulturellen Ansprüchen genügenden Stadtentwicklung fordern die Verbände des Stadtarchitekten neu zu besetzen. Möglichst sofort und nicht „irgendwann“ wie Leibundgut habe Ende Januar verlauten lassen. Er würde damit auch die Hoffnung wecken, „dass die Planung Chur West endlich in die richtigen Bahnen gelenkt wird“. (mai)