St. Moritz: Baden ganz in Weiss…

St. Moritz: Baden ganz in Weiss…

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Teaserbild-Quelle: Foto: Daniel Martinek

In rund zwei Wochen geht eine lange Geschichte zu Ende: St. Moritz hat wieder ein Hallenbad. Es stammt aus der Feder der Büros Bearth & Deplazes sowie Morger Dettli Architekten und ersetzt das alte Bad aus der Feder des renommierten Bündner Architekten Robert Obrist.

Wenn das neue Bad übernächstes Wochenende seine Pforten öffnet, bedeutet dies der Schlusspunkt einer nahezu endlosen, eher unrühmlichen Geschichte. Während rund zwanzig Jahren war es dem Nobelferienort nicht gelungen, das Hallenbad zu erweitern und später zu sanieren. Stattdessen gab es endlose Verhandlungen zwischen der Gemeinde und der Besitzerin des teilprivatisierten Hallenbades, der St. Moritz Bäder AG, aufwallende Emotionen und vier gescheiterte Sanierungs- und Erweiterungsprojekte. In der Zwischenzeit platzten im 1968 von Robert Obrist gebauten alten Hallenbad die Wasserleitungen im Monatsrhythmus. Zuletzt führten die Querelen zur Schliessung des einzigen öffentlichen und schwer renovationsbedürftigen Bades. Schliesslich waren seine Tage gezählt: 2007 stimmten die St. Moritzer gegen eine Sanierung und für einen Neubau auf eigene Kosten. Drei Jahre später segneten sie den 65-Millionen-Franken-Baukredit ab.

Es scheint, als ob sich die Architekten teilweise von Obrists Bau inspirieren liessen: Wie das alte Bad besteht auch das neue aus einem flachen, langezogenen Baukörper und es verfügt ebenso über eine grosszügige Fensterfront, die von schmalen Verstrebungen geprägt wird. Im Innern setzt sich die lichtdurchflutete Atmosphäre fort. Neben viel Glas dominiert die Farbe Weiss die Räume. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger verfügt das neue Bad über alles, was Erholungsbedürftige heute von einem Spa erwarten: Neben Schwimmbecken und einem Aussenbecken mit Sprudelliegen wurde ein Fun-Bereich mit Rutschbahnen eingerichtet, eine Sauna, Dampfbäder und ein Fitnesscenter gehören ebenfalls dazu. (mai)