St. Helena: Ein Verbannungsort sucht den Anschluss

St. Helena: Ein Verbannungsort sucht den Anschluss

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Fünfeinhalb Tage auf See trennten die Insel St. Helena bisher vom Festland. Doch schon bald will sich Napoleon Bonapartes einstiges Exil der Welt öffnen. Ein neugebauter Flughafen macht es möglich.

Weit draussen im Südatlantik liegt die einsame Insel St. Helena: 1859 Kilometer von der angolanischen Küste und 3286 Kilometer vom brasilianischen Recife entfernt. Kein Wunder also, dass das kleine Eiland 1815 als Verbannungsort für Napoleon Bonaparte ausgesucht wurde – nach dessen endgültiger Niederlage bei Waterloo. Sechs Jahre später verstarb Napoleon I. in seinem abgelegenen Exil. Bald würde die malerische Vulkaninsel jedoch nicht mehr als weltabgeschiedener Verbannungsort für abgesetzte Machthaber taugen. Noch in diesem Jahr sollen Linienflugzeuge mitten im Südatlantik landen, nach über 500 Jahren, während derer St. Helena nur per Boot zu erreichen war.

Der neu gebaute Inselflughafen wurde bereits im Mai 2016 zertifiziert und für Privatjets geöffnet. Aktuell läuft die Suche nach einer Fluggesellschaft, die gerne einen Linienflug nach St. Helena anbieten würde, berichtet das US-Portal «Forbes». Der Inselrat stellt Interessenten allerdings eine Bedingung: mindestens einen Direktflug pro Woche zu einem internationalen Grossflughafen oder nach Südafrika und Grossbritannien. Läuft alles nach Plan, gelangt man also ab Mai 2017 bequem per Linienflug nach St. Helena. Die Inselbewohner hoffen, dass dann neugierige Touristen in Massen auf den Spuren von Napoleon I. wandeln – und dabei zünftig Geld liegen lassen. (gd)

So wirbt St. Helena um Touristen: