St. Galler Geothermieprojekt: Schwierige Suche nach Messsonde

St. Galler Geothermieprojekt: Schwierige Suche nach Messsonde

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Im Bohrloch des St. Galler Geothermie-Projekts dauert die Suche nach einer Messsonde in 4000 Metern Tiefe an. Von der Sonde erhoffen sich die Fachleute Erkenntnisse über Heisswasser- und Gasvorkommen. – Immerhin konnten bisher mehrere Hundert Meter Messkabel geborgen werden.
 
Bisher blieben erst einige hundert Meter Kabel der Messsonde an den Fangwerkzeugen im Bohrloch hängen. Dies teilte die Stadt heute Montag mit. Die Suche laufe einigermassen planmässig, sagte Mediensprecher Urs Weishaupt. Beim Fangwerkzeug handelt es sich um einen rotierenden Bohrer mit Seitenästen. Die Suche nach der Messsonde ist ein Fischen im Trüben. Die Chancen, die Sonde zu bergen, bezeichnete Weishaupt als „relativ gut“. Es könnte aber sein, dass die Sonde beim Verstopfen des Bohrlochs mit Schlamm kaputt gegangen ist. Sind die Fangarbeiten abgeschlossen, soll das Bohrloch freigespült und zur Stabilisierung bis in 4450 Meter Tiefe mit gelochten Stahlrohren ausgebaut werden. Das dazu nötige Material sei bereits auf den Bohrplatz angeliefert worden, heisst es im Communiqué.

Produktionstests ab kommenden Monat

Ab Oktober ist der Einbau einer mobilen Gas-Wasser-Testanlage vorgesehen. Für die Produktionstests braucht es Verhandlungen mit möglichen Anbietern sowie verschiedene Wartungs- und Umbauarbeiten an der Bohranlage. Voraussichltich sollen die Tests in der zweiten Oktoberhälfte wichtige Informationen über Heisswasser- und Gasvorkommen in der Tiefe liefern. Danach wird das Bohrloch provisorisch verschlossen. Bei „ausserordentlichen Ereignissen“ könne der Stadtrat die Arbeiten jederzeit stoppen, heisst es. Ende August hatte der Stadtrat beschlossen, das Geothermieprojekt trotz dem herben Rückschlag durch das Erbeben vom 20. Juli weiterzuführen (lesen Sie dazu auch den Artikel "Geothermie: St. Gallen macht vorerst weiter" vom 27. August 2013. Das Beben der Stärke 3,5 wurde durch das notfallmässige Verstopfen des Bohrlochs nach einem plötzlichen Gasaustritt in der Tiefe verursacht.
 
Für die Stadt St. Gallen ist das Geothermie-Projekt eine Chance, aber auch ein Risiko: Die Stimmberechtigten sagten 2010 deutlich Ja zu einem Kredit von 160 Millionen Franken. Im Idealfall könnten mit dem Geothermie-Kraftwerk mehrere tausend Gebäude geheizt und Strom erzeugt werden. Die Bohrarbeiten begannen im vergangenen März. (sda/mai)