St. Gallen: Vortrieb beim Ruckhaldetunnel stockt

St. Gallen: Vortrieb beim Ruckhaldetunnel stockt

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Teaserbild-Quelle: Bild: Tschubby, CC BY-SA 3.0

Nichts geht mehr am Südportal des St. Galler Ruckhaldetunnels. Wegen eines unüblich grossen Wassereintritts ruhen die Bauarbeiten für das Kernstück der Modernisierung der Appenzeller Bahnen. Möglicherweise stammt das Wasser aus einem unterquerten Quartierweiher.

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Bild: Tschubby, CC BY-SA 3.0
Falls der St. Galler Nestweiher rinnt, muss er während der Vortriebsarbeiten für den Ruchhaldetunnel abgepumpt werden.

Für 42 Millionen Franken entstehen derzeit in der St. Galler Ruckhalde ein 725 Meter langer Eisenbahntunnel sowie eine neue Brücke. Doch seit letztem Freitag sind die Arbeiten am Südportal des Ruckhaldetunnels im Riethüsli eingestellt. Grund dafür ist die Tatsache, dass derzeit etwa rund ein Liter pro Sekunde mehr als üblich in das Bauwerk eintritt, wie die Appenzeller Bahnen gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» bestätigten. Dies allein wäre normalerweise kein Grund zur Sorge. Doch Vortriebsarbeiten für die Appenzeller Durchmesserlinie befinden sich derzeit genau unterhalb des idyllischen Nestweihers mit seinem Wasserspiel.

Die Bauherrschaft prüft nun, ob das Wasser aus dem Weiher abfliesst und in den Tunnel gelangt oder ob der Wassereintritt einen anderen Grund hat. Am Dienstag wurde deshalb dem Quartierweiher eine fluoreszierende, farbige Flüssigkeit beigefügt, die jedoch biologisch abbaubar und ungefährlich ist. Noch bis morgen Donnerstag wird der Nestweiher in ungewohnter Farbe zu bewundern sein. Dank des verfärbten Wassers kann überprüft werden, ob der unterquerte Weiher ausläuft. Gemäss den Appenzeller Bahnen gehen die Ingenieure derzeit aber davon aus, dass der Wassereintritt auf eine wasserführende Schicht zurückzuführen ist. Der Nestweiher wurde schliesslich vor rund 10 bis 15 Jahren mit einer Tonschicht abgedichtet.

Der Baustopp am Südportal gilt solange bis Klarheit darüber herrscht, woher das Wasser im Tunnel stammt. Die Verantwortlichen rechnen jedoch damit, dass Ende Woche die Arbeiten wieder aufgenommen werden können. Unabhängig von der Ursache für den Wassereintritt wird der neue Ruckhaldetunnel zusätzlich abgedichtet. Am Zeitplan ändert der Zwischenfall nichts: Mitte Juli soll der Durchstich erfolgen. (gd)