Spukschloss wird gehörig entstaubt

Spukschloss wird gehörig entstaubt

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:
Ritterstube im Schloss Werdenberg. Bild: Shesmax/wikicommons

Das Schloss Werdenberg ist über 800 Jahre alt. Nun wird das mittelalterliche Schmuckstück im Kanton St. Gallen umfassend saniert.

Die Wurzeln beziehungsweise Grundsteine des Schlosses Werdenberg im Kanton St. Gallen liegen im 13. Jahrhundert: Der Bau des Bergfriedsbegann vor oder um 1228 unter Graf Rudolf von Monfort. Vier Jahre später wurden der Palas, ein repräsentativer Saalbau, und die Ringmauer gebaut. Aus dieser Zeit stammt auch der Rittersaal, der bis heute beinahe unverändert geblieben ist. Die Treppenhalle entstand erst beim Ausbau der Burg zum Schloss. Um 1230/40 teilten die Brüder Rudolf I. und Hugo II von Montfort das Erbe. Rudolf erhielt das vornehmlich linksrheinische Gebiet; unter ihm wurde wahrscheinlich die Burg Werdenberg gebaut. Seine Nachfahren nannten sich nach der Burg «von Werdenberg». Danach wechselten die Besitzer. Die letzte Bewohnerin, Frieda Hilty, schenkte das Schloss 1956 samt Ausstattung dem Kanton St. Gallen, wodurch es öffentlich zugänglich wurde.

Doch nach hunderten von Jahren hängen die Decken durch, die Balken sind morsch und rissig geworden. Das einsturzgefährdete Munitionszimmer wurde gar mit einem 350 Kilogramm schweren Stahlträger verschraubt. Nun wird saniert. Im Zug der Erneuerung werden auch gleich die Leitungen ersetzt, ein Schallschutz zwischen Räumen errichtet und behindertengerechte Toiletten gebaut. Und im Schlosshof soll ein Bistro entstehen.

Die Sanierungskosten belaufen sich auf 4,7 Millionen Franken. 4,5 Millionen Franken bezahlt der Kanton St. Gallen. «Wir nehmen so viel Geld in die Hand, weil es im Kanton St. Gallen kein vergleichbares Bauwerk gibt», teilte Regierungsrat Martin Klöti der Ostschweiz am Sonntag mit. Die 800 Jahre alte Eingangstüre aus Nussbaum sei einmalig.

Eröffnung ist im März 2015, bis dahin ist Schloss Werdenberg geschlossen. (cet)