Sport an Birs und Autobahn

Sport an Birs und Autobahn

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Teaserbild-Quelle: zvg
In der Nähe des St. Jakobs-Stadions ist ein Projekt der Superlative geplant. Auf dem Muttenzer Christen-Beton-Areal will die Losinger Construction SA laut Medienmitteilung die schweizweit grösste Event- und Sporthalle bauen. Architekt des Projekts ist der Amerikaner Chad Openheim.
 
 
„Es ist eine sehr spannende und Dank der Birs und deren Ufer auch eine sehr schöne Lage. Wir können sie noch schöner machen“, sagt Oppenheim über den Standort des Zentrums in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der „Basler Zeitung“ (BaZ). Wie Oppenheim gegenüber der BaZ verrät, arbeitet er zurzeit an einem weiteren Projekt im Raum Basel. Worum es sich dabei handelt sagt er jedoch nicht. Nur soviel: Es werde sich in ähnlichen Dimensionen wie das Arena-Projekt bewegen. Und es sei weder eine Sportstätte noch seien grosse Hochhäuser geplant. Oppenheim baut übrigens nicht zum ersten Mal in der Schweiz. Er zeichnete schon für die Architektur des Centers des Gartenarchitekten Enzo Enea in Jona SG verantwortlich, der übrigens auch am Muttenzer Megaprojekt mitarbeiten wird. Enea soll das begrünte Hallendach und einen Platz gestalten.

90'000 Quadratmeter für Sport, Freizeit und Wohnen

Beim Event- und Sportzentrum geht es um eine Überbauung mit einer Nutzfläche von 90'000 Quadratmetern. Dort soll neben der multifunktionalen Event- und Sporthalle, die bis zu 15'000 Zuschauern fasst, eine kleinere Halle mit Raum für 5'000 Zuschauern errichtet werden. Ausserdem beinhaltet das Projekt ein 3'000 Quadratmeter grosses VIP-Village. Des Weiteren sollen sechs zusätzliche, Gebäude entstehen. Sie umfassen unter anderem ein Hotel und Verkaufsgeschäfte. Daneben sollen sie Lokalitäten für Bildung, Medizin, Fitness und Wellness bieten sowie Büros und Wohnraum beinhalten. Laut Bericht der „Basellandschaftlichen Zeitung“ ist ein 140 Meter hohes Hochhaus als Referenzpunkt vorgesehen. - Wie die Losinger Construction weiter mitteilt, will man die bereits vorhandenen Grundlagen ökologisch nachhaltig für eine Entwicklung in das Projekt integrieren, will etwa mit der energetischen Nutzung des Grundwassers oder bei der Abwassernutzung.

Es wird von mehreren hundert Millionen Franken Gesamtkosten ausgegangen. Alleine die Arena schlägt mit voraussichtlich rund 130 Millionen Franken zu Buche. Nach den Vorstellungen der Promotoren sollen diese Kosten grösstenteils von den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt getragen werden. Käme diese Beteiligung, mit der sich die beiden Basel auch die Steuerung des Betriebs sicherten, nicht zustande, würde es für die Halle sehr schwierig, sagte ein Losinger-Vertreter auf Anfrage der SDA.

Nicht nur Begeisterung

Allerdings hält man sich bei der Baselbieter Baudirektion bezüglich des Vorhabens der Losinger Construction eher bedeckt: Man habe die Baupläne in diesem Stadium wertfrei zur Kenntnis genommen, hiess es seitens der Baselbieter Baudirektion gegenüber der „Basellandschaftlichen Zeitung“. Derweil wundert sich Christoph Eymann, Chef des Basler Erziehungsdepartments, das das Zentrum dereinst nutzen könnte, darüber, dass die Losinger Construction über ihr Bauvorhaben informierte. Die Regierung beider Basler seien zuvor vom Investor zu strengster Vertraulichkeit gedrängt worden, wird er in der Zeitung zitiert. Der Basler Regierungsrat wisse seit Monaten von dem Projekt und habe dessen Vorstellung „positiv entgegengenommen“. Bis jetzt liege aber kein offizieller Antrag vor. Ausserdem scheint Eymann gegenüber dem Projekt an sich skeptisch eingestellt: Zwei Veranstaltungshallen auf so engem Raum vertrage es nicht. Anders sieht es der Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan: „Es ist ein tolles Projekt am richtigen Ort und eine Chance, dass Baselland eine Chance für einen Entwicklungsakzent setzen kann.“
 
Zudem könnte es noch ein Problem geben: Laut einem Bericht der „Basler Zeitung“ sträubt sich der Chef von Beton Christen offenbar noch gegen den Verkauf seines Grundstücks, das rund die Hälfte des geplanten Areals ausmache.
 
Erhält das Projekt den nötigen Rückenwind, könnte bereits im nächsten Jahr gestartet werden. Dies teilt die Losinger Construction mit. Man rechne für Quartierplanung und definitive Baubewilligung mit ungefähr zwei Jahren. Die Bauarbeiten könnten damit 2014 aufgenommen werden, so dass die Event- und Sporthalle spätestens in Betrieb gehen könnten. (mai)