Spektakuläre Baustelle im Albulatunnel

Spektakuläre Baustelle im Albulatunnel

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345 Millionen Franken Kosten, 244 000 Kubikmeter Ausbruchmaterial, 5860 Meter Länge und eine Bauzeit von 6,5 Jahren: Die Baustelle des neuen Albulatunnels gehört zu den spektakulärsten der Schweiz. Denn um Teile des Tunnels überhaupt ausbrechen zu können, muss zuerst der Fels vereist werden.

Nicht nur Touristen mögen sie. Auch für viele Schweizer ist die Strecke zwischen Thusis und St. Moritz, die sogenannte Albulalinie, die schönste Bahnstrecke des Landes. Auf einer Länge von 62 Kilometern überwinden die roten Züge der Rhätischen Bahn (RhB) insgesamt 144 Brücken, 42 Galerien und Tunnels und mehr als 1100 Höhenmeter. Kein Wunder also gehört dieses Paradestück aus der Zeit der Bahnpioniere zum Unesco-Weltkulturerbe. Denn Bilder vom Landwasserviadukt, dem wohl berühmtesten Bauwerk der Albulalinie, kennt man nicht nur hierzulande. Doch auch wenn das Landwasserviadukt das berühmteste Bauwerk der Albulalinie ist, das wichtigste ist es nicht. «Ohne den Albulatunnel gibt es keine Erschliessung des Engadins», erklärt Gilbert Zimmermann, Oberbauleiter im Projektteam «Neubau Albulatunnel» bei der RhB. Man könnte den Albulatunnel, den zweithöchsten Alpendurchstich einer Vollbahn, also gut und gerne als Lebensschlagader der RhB betiteln, rollen doch jährlich über 15 000 Züge und über eine Million Menschen durch den knapp sechs Kilometer langen Tunnel zwischen Preda und Spinas.

Man kann sich also vorstellen, wie die Köpfe zu rauchen begannen, als 2006 im Rahmen der Hauptinspektion festgestellt wurde, dass rund  60 Prozent des jetzigen Tunnels sanierungsbedürftig ist. Eine Konzeptstudie wurde in Auftrag gegeben und in der Folge die beiden Varianten «Instandsetzung» und «Neubau» eingehend geprüft. 2010 entschied sich die RhB für die Variante Neubau. Die ausschlaggebenden Argumente waren der relativ geringe Kostenunterschied im Vergleich zur Instandsetzung sowie kaum fahrplanrelevante Einschränkungen während der Bauphase und das wesentlich höhere Sicherheitsniveau einer neuen Röhre. Ende 2012 wurde das Planungsgenehmigungsdossier beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Im Mai 2014 erhielt man die Baubewilligung und bereits einen Monat später feierte man Spatenstich. (bre)

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