Spazieren zwischen Spinnenbeinen

Spazieren zwischen Spinnenbeinen

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Teaserbild-Quelle: Louise Bourgeois Trust
Wer unter Arachnophobie leidet, sollte zurzeit den Berner Bundesplatz meiden: Während der letzten Woche montierten Bauleute dort eine gigantische Spinne aus Bronze, die über zwanzig Marmoreier wacht.
 
Louise Bourgeois Trust
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Louise Bourgeois Trust
Wunschtraum der Fondation Beyeler? Fotomontage von Louis Bourgois Riesenspinne vor dem Museum in Riehen.
 
Spinnen- und Kunstfreunde können die rund zehn Meter hohe Skulptur noch bis 7. Juni bewundern und unter ihren Beinen hindurch spazieren. Bei dem Gigagebilde handelt es sich um ein Kunstwerk von Louise Bourgeois (1911 bis 2010). „Maman“ – so heisst die Schöpfung – gilt als Hommage an die Mutter der franko-amerikanischen Künstlerin. Bourgeois’ Mutter hatte als Restauratorin von Tappissierien in Paris gearbeitet.
 
„Maman“ ist übrigens nicht nur in Bern zu Gast. Vom 10. Juni bis Ende Juli weilt sie auf dem Zürcher Bürkliplatz. Mit diesen beiden Auftritten ist sie zum ersten Mal in der Schweiz zu sehen. Davor war sie schon in anderen europäischen Städten unterwegs: bei der Tate Modern in London, im Jardin des Tuileries in Paris und in Petersburgh. Ist sie nicht auf Tour „wohnt“ die Achtbeinerin im Guggenheim Museum in Bilbao.
 
Grund für die monumentale Installation in Bern und Zürich ist die Ausstellung der Riehener Fondation Beyeler anlässlich Bourgeois’ 100. Geburtstag (Mehr dazu in der untenstehenden Box). Die 2010 verstorbene Künstlerin gilt als eine der wichtigsten Kunstschaffenden unserer Zeit. Sie wäre am 25. Dezember hundertjährig geworden.
 
 

Ausstellung: Louise Bourgeois

Die Fondation Beyeler präsentiert eine Ausstellung mit rund zwanzig Exponaten Louise Bourgeois’. Darunter Skulpturen aus allen Jahrzehnten. Mit einer hochkarätigen Auswahl aus ihrem Werk behandelt die Schau zentrale Themen ihres Schaffens: Ihre Auseinandersetzung mit anderen Künstlern, die Verarbeitung ihrer Lebensgeschichte und die Umsetzung von Emotionen in Kunstobjekte, vor allem in ihre legendären „Cells“. In der Ausstellung ist Passage Dangereux (1997) zu sehen, die grösste Cell, die Louise Bourgeois je geschaffen hat. Neben Werken und Werkserien aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen, etwa das Werk The Insomnia Drawings (1994–1995), enthält die Ausstellung neuere Arbeiten, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Ihnen werden Werkgruppen von Künstlern aus der Sammlung Beyeler gegenübergestellt, die sie persönlich kannte und zu denen sie eine besondere Beziehung hatte, etwa Fernand Léger, Francis Bacon und Alberto Giacometti. Die Ausstellung wurde noch mit der Künstlerin († 31. Mai 2010) geplant und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Louise Bourgeois-Studio.
 
Weitere Informationen unter: www.fondation-beyler.ch