Spatenstich für „feuriges“ Projekt

Spatenstich für „feuriges“ Projekt

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Teaserbild-Quelle: zvg
Der Start der Bauarbeiten am neuen Stadtberner Feuerwehrstützpunkt in Forsthaus West setzt hinter die eher unrühmliche Geschichte um den Neubau einen endgültigen Schlusspunkt. Das Gebäude soll bis Ende 2014 fertig sein.
 
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Der neue Feuerwehrstützpunkt von der Murtenstrasse aus gesehen.
 
Der Neubau ersetzt den heutigen Standort der Stadtberner Berufsfeuerwehr an der Viktoriastrasse. Ihren ersten Meilenstein erreichen die Arbeiten laut Mitteilung der Stadtbauten am 20. September. Dann soll die offizielle Grundsteinlegung des neuen Feuerwehrstützpunktes erfolgen. Der neue, 53,9 Millionen Franken schwere Stützpunkt wurde aus verschiedenen Gründen nötig: wegen Platzproblemen und der veralteten Infrastruktur an der Viktoriastrasse. Ausserdem ist von dieser Adresse aus die zeitlich vorgegebene Versorgung der Bevölkerung im Westen von Bern nicht mehr gewährleistet.
 
Die Vorgeschichte des neuen Stützpunktes ist lang. Grund war ein Rechtsstreit zwischen dem Architekten Ralph Baenziger, der 2006 den Architekturwettbewerb für das Projekt gewonnen hatte, und den Stadtbauten. In der Botschaft zur Abstimmung über den für den neuen Feuerwehrstützpunkt nötigen Kredit war von 35 Millionen Franken die Rede gewesen. Doch rund ein Jahr später, im Sommer 2009, gaben die StaBe bekannt, dass der Bau 53,9 Millionen Franken kosten wird. Darauf erhielt Baenziger den Laufpass. Ein neues Team sollte den Feuerwehrstützpunkt nach dessen Plänen realisieren. Den Zuschlag für die Umsetzung erhielt die Itten + Brechbühl AG.
 
Baenziger wehrte sich vehement gegen das Vorgehen der StaBe, mit Beschwerden und einer Entschädigungsklage. Die StaBe hätten ihm nie einen stichhaltigen Grund für die Auflösung der Zusammenarbeit angegeben. Er sei vielmehr als Sündenbock für die Mehrkosten vorgeschoben worden, betonte Baenziger mehrmals. Nach der Abstimmung sei das Architekturbüro ständig mit neuen Wünschen und Bedürfnissen konfrontiert worden. Doch Rund ein Jahr später stimmte der Architekt schliesslich zähneknirschend einem Vergleich zu.
 
Der Streit war einer Gründe, neben den statischen Problemen beim Neubau des Frauenspitals und dem massiv verteuerten neuen Bärenpark, weswegen im Stadt- und Gemeinderat verlangt wurde, die StaBe wieder in der Verwaltung zu integireren, aus der man sie 2002 in ein öffentliches rechtliches Unternehmen ausgelagert hatte. Als dieses Begehren im Mai 2011 an die Urne kam, sagten die Stimmberechtigten ja. Ab 2014 werden die Immobilien der Stadt wieder von ihr selbst bewirtschaftet. (mai/sda)
 
Mehr dazu unter im Artikel Feuer unter dem Dach gelöscht? 8. September 2010.