Sonnenkraftwerk am Walensee

Sonnenkraftwerk am Walensee

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Die grösste Solaranlage der Schweiz an einem Felsen am Walensee nimmt Formen an. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) haben ein Baugesuch für eine Photovoltaik-Testanlage eingereicht. Bereits liegt auch eine Lösung für die Befestigung der Panels vor.
 
Eine Solaranlage an einem Felsen zu bauen, wie das im Steinbruch Schnür in der Nähe von Quinten SG geplant ist, sei Pionierarbeit, heisst es in einer Mitteilung der EKZ vom Donnerstag. Ein solches Vorhaben sei in der Schweiz und vermutlich weltweit noch nie realisiert worden. Die Herausforderung bestehe darin, dass die Solarpanels das Felsrelief optimal ergänzen. Sie müssten zudem vor Steinschlag geschützt und sicher und stabil im Fels verankert sein. Um eine technisch und wirtschaftlich realisierbare Lösung zu finden, haben die EKZ im vergangenen Dezember einen Ingenieur-Studienauftrag ausgeschrieben.
 
Drei Firmen haben in der Zwischenzeit unterschiedliche Lösungen für die Unterkonstruktion der Anlage entwickelt. Als beste Lösung taxierte ein Team von externen und internen Experten "The Chain" der Bartholet Maschinenbau AG (BMF) aus Flums. Ihr Vorschlag wurde mit 25'000 Franken prämiert.
 
Die BMF, die seit 50 Jahren weltweit Seilbahnen produziert und montiert, schlägt vor, die Trägereinheiten der Solarmodule ähnlich einer überdimensionierten Fahrradkette als Kettenglieder aneinander zu reihen. Die Topografie könne damit trotz bestechend einfacher Montage und geringen Baukosten abgebildet werden, heisst es in der Mitteilung.
  
Testanlage soll Basisdaten liefern
 
Zunächst wollen die EKZ eine Photovoltaik-Testanlage von maximal 80 Quadratmetern bauen. Das Baugesuch dafür wurde am 10. Juli bei der Gemeinde Amden SG eingereicht. Die Versuchsanlage soll eine Berechnungsbasis schaffen, um die Wirtschaftlichkeit der geplanten Anlage konkret berechnen zu können. Der Studienauftrag für die Befestigung der Solarpanels und die Testanlage seien Teile der Machbarkeitsstudie, die als Grundlage für die weitere Projektierung der Solaranlage dienten, schreiben die EKZ. Voraussichtlich im Sommer 2013 soll beim Kanton St. Gallen ein Gesuch zur Anpassung des kantonalen Richtplans eingereicht werden.
  
Mit dem Bau der grössten Solaranlage der Schweiz mit einer Leistung von 9 Megawatt im Steinbruch Schnür in der Nähe von Quinten kann frühestens 2015 begonnen werden. Realisieren wollen die EKZ die Anlage gemeinsam mit der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK). (sda)