Solothurns Wasserstadt nicht im Fluss

Solothurns Wasserstadt nicht im Fluss

Gefäss: 

Er ist eine der grössten Stadtkehrichtdeponien der Schweiz: der Solothurner Hausmist vor den Toren der Stadt. Auf seinen 15'000 Quadratmetern ist eine künstliche Aareschlaufe samt einer Wasserstadt mit über 600 Wohnungen geplant. Ob sie gebaut wird, ist fraglich. Die Sanierung des verseuchten Grundes dürfte aufwendig werden.

Entworfen haben das neue Stadtquartier Herzog & de Meuron. Bevor das prestigeträchtige Projekt überhaupt umgesetzt werden kann, bedarf der Boden einer intensiven Sanierung. Dies berichtet das „Oltner Tagblatt“ in seiner aktuellen Ausgabe. Derzeit wisse man zwar, dass man sanieren müsse, erklärte Martin Brehmer, Leiter Abteilung Boden beim kantonalen Amt für Umwelt, gegenüber der Zeitung. „Aber mit welchen Massnahmen ist weiterhin noch nicht bekannt.“

Der Solothurner Hausmist gliedert sich in drei Teildeponien, Oberer Einschlag, Unterhof und Spittelfeld. Zwischen Dezember 2011 und vergangenen August wurde er von Spezialisten unter die Lupe genommen. Laut „Oltner Tagblatt“ befinden sich vor allem im Spittelfeld krebserregende, chlorierte Kohlenwasserstoffe. Der im Herbst gefundene, besonders belastete sogenannte Hotspot reicht offenbar bis weit unter die Deponie. Zudem sind noch weitere kleinere Hotspots entdeckt worden, des Weiteren fand man Kupfer und Blei. Die Folge des verschmutzten Bodens: schwer belastetes Grundwasser unter der Deponie. Martin Brehmer, Leiter Abteilung Boden beim kantonalen Amt für Umwelt, erklärte aber gegenüber dem „Oltner Tagblatt“, dass dieser Umstand für die Bevölkerung keine direkten Auswirkungen habe, weil das Wasser nicht genutzt werde.

Bis Ende Jahr soll für jede Teildeponie eine Sanierungsvariante erarbeitet sein. Und damit dürfte sich dann auch zeigen, ob eine Totalsanierung des Grundes nötig ist. Laut „Oltnter Tagblatt“ ist sie die Grundbedingung dafür, dass die geplante Wasserstadt überhaupt jemals eine Chance auf eine Realisierung erhält. Ansonsten wird der Traum von mehr Steuerzahlern und vom idyllischen Wohnen im Grünen einer bleiben. (mai)

Mehr zum Projekt im Artikel Solothurn: Neues Stadtquartier nimmt Form an, vom 2. März 2012