Solothurner Regierung stoppt Abrissbirne

Solothurner Regierung stoppt Abrissbirne

Teaserbild-Quelle: Google Maps
Solothurner Regierung stoppt Abrissbirne

Der Solothurner Regierungsrat hat eine Abbruchliegenschaft in Solothurn provisorisch unter Schutz gestellt und damit ein Projekt der Zürcher Baugenossenschaft "Frohes Wohnen" gestoppt. Jetzt soll binnen eines Jahrs die Schutzwürdigkeit des 120-jährigen Gebäudes geprüft werden.

Das Haus aus dem Jahr 1897 sollen einem Genossenschaftsbau weichen.
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Das Haus aus dem Jahr 1897 sollen einem Genossenschaftsbau weichen.

Ein blassrosafarbenes Haus aus dem Jahr 1897 an der Bielstrasse in Solothurn soll samt zwei Nachbargebäuden einem Genossenschaftsbau weichen. Die Zürcher Baugenossenschaft "Frohes Wohnen" will hier 60 Wohnungen bauen. Doch der Solothurner Regierungsrat hat diese Pläne durchkreuzt: Er hat das grosse Wohnhaus mitsamt einem Nebengebäude provisorisch unter Schutz gestellt, wie die "Solothurner Zeitung" berichtet.

Als schutzwürdig eingestuft

Beim Stadtbauamt Solothurn war im vergangenen Oktober ein Abbruchgesuch für das Wohnhaus und das Nebengebäude eingegangen. Beide Bauten sollten abgerissen werden, ohne dass eine rechtskräftige Baubewilligung für einen Ersatzneubau vorliegt, wie im Regierungsratsbeschluss zu lesen ist. Es sei in erster Linie darum gegangen, einer allfälligen definitiven Einstufung im Bauinventar zuvorzukommen. Denn der Entwurf des neuen Bauinventars der Stadt Solothurn stuft die Liegenschaft als schutzwürdig ein.

Die provisorische Unterschutzstellung schützt das Gebäude während eines Jahrs vor der Abrissbirne. In dieser Zeit soll gemäss dem Regierungsratsbeschluss die Schutzwürdigkeit der Häuser sowie deren baulicher Zustand umfassend geprüft werden. Untersucht werden soll auch die Frage, ob die Gebäude in die geplante Überbauung der Baugenossenschaft integriert werden könnten.

Im Originalzustand

Das in verputztem Backsteinmauerwerk erstellte und mit einem Satteldach mit Krüppelwalm gedeckte Wohnhaus besteche durch "zahlreiche noch vorhandene bauzeitliche Bau- und Ausstattungselemente, die in diesem Ausmass in Gebäuden aus dieser Zeit im Kanton nur noch selten anzutreffen sind", schreibt der Regierungsrat. Sämtliche Fassaden wie auch dekorative Bedachung befänden sich noch in ihrem originalen Zustand. Auch im Innern des Hauses seien grosse Teile an originaler Substanz wie Parkettböden, Gipsdecken, Türen, Beschläge und Fenster vorhanden.

Die Baugenossenschaft "Frohes Wohnen" hält aber laut der "Solothurner Zeitung" an Plänen fest. Gemäss dem Bericht begrüsst auch der Solothurner Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Fluri (FDP) das genossenschaftliche Bauprojekt. Es sei die städtische Baukommission gewesen, die das Gebäude als schutzwürdig eingestuft habe. (stg/mgt)