Solothurn: Neues Stadtquartier nimmt Form an

Solothurn: Neues Stadtquartier nimmt Form an

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Teaserbild-Quelle: zvg
Wo bei Solothurn früher Müll entsorgt wurde, soll in naher Zukunft mit der „Wasserstadtsolothurn“ ein neues Quartier entstehen. Für die Studie dazu zeichnen Herzog & de Meuron verantwortlich. Nun haben die Basler Architekten das Projekt überarbeitet. Damit zeigt sich der neue Stadtteil erstmals so, wie er auch gebaut wird.
 
 
Hinter dem ambitionierten Projekt stecken verschiedene regionale Unternehmen, die vor rund zwei Jahren die Wasserstadtsolothurn AG ins Leben gerufen hatten, um den Bau eines Quartiers vor den Toren Solothurns voranzutreiben. Das Konzept der Wasserstadt setzt bei der geplanten Sanierung der ehemaligen Mülldeponie an und sieht vor, das an der Aare gelegene Gebiet nachhaltig zu entwickeln und dort einen ganzen Stadtteil zu bauen. Allem voran solle die Wasserstadt eine Antwort auf die anspruchsvolle Zielsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft geben, schreibt die Wasserstadtsolthurn AG dazu in ihrer Medienmitteilung. Nach einer ersten Studie stellten Herzog & de Meuron vor Kurzem nun ein überarbeitetes Modell vor.
 
Geprägt wird das künftige Wohngebiet von einer neuen Aareschlaufe: Sie teilt den Projektperimeter in einen zusammenhängenden Streifen am Festland und in eine Insel auf. Auf dem Festland ist die neue Siedlung geplant, die Insel wird mehrheitlich der Natur überlassen, um die baulichen Eingriffe ökologisch zu kompensieren.

Freie Sicht auf die Aare

Die Bebauung folgt der geschwungenen neuen Flussschlaufe: Sie besteht aus zwei ringförmigen Strassen und vier niedrig gehaltenen Gebäudereihen entlang des Wassers. Das neu entstandene Ufer wird zum Erholungsraum, indem es siedlungsseitig eine autofreie, über einen Kilometer lange Promenade erhält. Plätze, Strassen und Wege verbinden die Ringstrassen mit der Uferpromenade. Damit auch diejenigen, die in der hinteren Hausreihen wohnen, etwas von der Wasserlandschaft haben, treppen sich die Bauten gleich einer Tribüne zur Aare hin ab.
 
Rund ein Drittel der Wasserstadt machen die öffentlichen Räume aus. Öffentliche und quartiersnahe Dienstleistungen werden bei den drei grossen Quartiersplätzen an den Hauptzugängen untergebracht, um die neue Siedlung in den umgebenden Quartieren gut zu verankern. Erschlossen wird die Wasserstadt über die beiden Ringstrassen: Der äussere Ring ist als breite und grosszügig dimensionierte Haupterschliessung konzipiert, der innere als Gartenstrasse.
 
Vom östlichen Quartiersplatz gelangt man über eine Brücke auf die Insel, die grüne Oase. Hier ist der Ruderclub Zuhause, zudem ist dort ein Camping geplant und ein Bauernhof. Die Insel biete als naturbelassener Park Ausgleich zur neuen Siedlungsfläche, heisst es in der Medienmitteilung der Wasserstadtsolothurn AG. Von einer überwiegend flach gehaltenen Insellandschaft aus lichten Baumhainen, Einzelbäumen und offenen Wiesenflächen erhebt sich im Norden eine leichte Anhöhe, von welcher aus der Blick über die Wasserstadt und bis zur Jura-Südflanke reicht. (mai/mgt)