Solarenergie: Neue Entwicklung macht Dampf

Solarenergie: Neue Entwicklung macht Dampf

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Ultraheisser Dampf kombiniert mit Solarenergie könnte Kohle und Gas ablösen. Davon gehen die Forscher der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation aus. Ihnen ist eigenen Angaben zufolge ein „Durchbruch“ bei der Weiterentwicklung erneuerbarer Energien gelungen.

Sie konnten mit Hilfe herkömmlicher Solarenergie wurde zum ersten Mal ein enorm heissen, unter Druck stehender sogenannten „superkritischen Wasserdampf“ produzieren. Dieser soll es laut den Forschern bezüglich Energiepotenzial und wirtschaftlicher Rentabilität bald auch mit fossilen Rohstoffen wie Kohle oder Gas aufnehmen können. Zudem hätten sie mit dem  Super-Dampf mit einem Druck von 23,5 Megapascal und einer Temperatur von 570 Grad Celsius auch einen neuen Weltrekord aufgestellt. „Damit werfen wir die gesamte Erneuerbare Energiebranche über den Haufen“, freut sich Alex Wonhas, Energy Director der CSIRO. „Es ist, als hätte man die Schallmauer durchbrochen.“ Man könne nun beweisen, dass Solarenergie das Potenzial habe, im Wettbewerb mit den Höchstleistungsmöglichkeiten von fossilen Brennstoffen zu bestehen. Zumal der superkritische Dampf gemäss Wonhas ohne jegliche Nutzung von Rohstoffen wie Kohle oder Gas produziert werden kann. „In Zukunft könnten Kraftwerke also auch auf Basis von kostenloser und umweltfreundlicher Sonnenenergie betrieben werden und man würde dasselbe Ergebnis erhalten“, sagt Wonhas.

Normales Wasser unter enormem Druck

Zur Herstellung des Superdamfps haben  die Australier normales Wasser unter enormen Druck gesetzt. Dabei wurde ein Maximalwert von 23,5 Megapascal erreicht, einer Grösseneinheit, die ansonsten häufig zum Einsatz kommt, um die spezifische Energie bei Explosionen zu messen. Zum Vergleich: Der Kaltfülldruck einer Halogenlampe mit den Edelgasen Neon und Krypton kann bei 22 Grad Celsius Raumtemperatur 1,2 Megapascal betragen. Als höchste erreichte Temperatur geben die Wissenschaftler einen Wert von 570 Grad Celsius an. „Es ist die Kombination aus Druck und Temperatur, die hier demonstriert wurde, die einen Durchbruch für die Solarenergie bedeutet“, erklärt Wonhas den Wert des Forschungsergebnisses. Zwar würden kommerzielle Solarkraftwerke schon heute auf heissen Dampf setzen. „Allerdings geht das bislang nur bei deutlich niedrigeren Temperatur- und Druckwerten. Wenn diese Kraftwerke auf superkritischen Dampf umgestellt werden, würde das die Effizienz von Solarenergie deutlich erhöhen und die Kosten reduzieren.", ist der Wonhas überzeugt.

Bis die jüngste Errungenschaft der Australier tatsächlich auf den Markt kommen kann, wird noch Zeit vergehen. „Bis dahin gibt es noch einiges an Arbeit zu tun“, so Wonhas. Finanziell scheint die Weiterentwicklung jedenfalls gesichert zu sein: Das CSIRO-Projekt wird mit Fördergeldern in Höhe von 5,68 Millionen Dollar von der Australian Renewable Energy Agency unterstützt. (mai/pd)