So viele Baugesuche wie seit 20 Jahren nicht mehr

So viele Baugesuche wie seit 20 Jahren nicht mehr

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Teaserbild-Quelle: Visualisierung Vivico Real Estate GmbH

In Basel boomt der Wohnungsbau: Zwischen Mitte 2014 und Mitte 2015 waren Gesuche für den Bau von 1200 Wohnungen hängig. 800 neue Wohnungen sind in den letzten zwölf Jahren bewilligt worden.

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Visualisierung Vivico Real Estate GmbH
Auf dem Erlenmatt-Areal in Basel enstehen Hunderte von Neubauwohnungen

In Basel werden überdurchschnittlich viele neue Bauprojekte geplant: Das stellen der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) und die Grossbank Credit Suisse in ihrem Bauindex fest. Gesuche für den Bau von 1200 neuen Wohnungen waren zwischen Mitte 2014 und Mitte 2015 in der Rheinstadt hängig.

Laut dem Economic Research bei der Credit Suisse war im Zeitraum von 1995 bis 2015 nie eine so grosse Anzahl von Neubaugesuchen zu beobachten wie im letzten Jahr. Der Durchschnittswert der letzten 20 Jahre liegt bei rund 300 Gesuchen.

„Überdurchschnittliche Dynamik“

Der Bauboom in Basel-Stadt lässt sich auch an der Zahl der Baubewilligungen ablesen. In den vergangenen zwölf Monaten wurde der Bau von rund 800 Wohnungen genehmigt – eine neue Rekordmarke in der Statistik der letzten 20 Jahre.

Eine „überdurchschnittliche Dynamik“ verzeichnete Basel-Stadt gemäss der Erhebung auch bei den Umbaugesuchen. Projekte für Wohnungen, Dienstleistungsflächen und Büros im Volumen von 180 Millionen Franken wurden in den vergangenen sechs Monaten eingereicht. Ein Wert, der ebenfalls über dem langjährigen Durchschnitt liegt.

In den vergangenen Jahren ist in Basel der Arbeitsvorrat der Bauwirtschaft stark gewachsen. Gerechnet am Stichtag, dem 1. Juli, verdreifachte sich das Volumen seit 2012 von 81 auf 256 Millionen Franken. Davon entfielen 225 Millionen auf den Hochbau. Der Anteil des Wohnungsbaus schnellte bis Mitte 2015 auf 108 Millionen Franken hoch.

Zwei Jahre davor hatte er sich noch auf 47 Millionen Franken belaufen. Kräftig gestiegen ist auch der Arbeitsvorrat im übrigen Hochbau: Das Volumen dieser Geschäftsflächen hat sich seit 2012 auf 97 Millionen Franken verdoppelt.

Kaum leere Wohnungen zu finden

Nach wie vor sind in der Stadt kaum leere Wohnungen zu finden. Die Leerwohnungsziffer beträgt 0,34 Prozent. Am Stichtag, dem 1. Juni 2015, standen gemäss dem Bundesamt für Statistik im Kanton Basel-Stadt 363 Wohnungen leer. Auch wenn keine Wohnungsnot herrsche, werde auf städtischem Gebiet insgesamt zu wenig neuer Wohnraum erstellt, warnte der Schweizerische Verband der Immobilien-Treuhänder (SVIT).

Damit Wohnungen in Stadt- und Zentrumsnähe gebaut werden können, müssten die Verdichtung und Aufzonung stärker gefördert werden, forderte der SVIT beider Basel. Um den langfristigen Wohnraumbedarf zu decken, müsse die öffentliche Hand auch die Planung der wenigen grossen Entwicklungsgebiete vorantreiben. (mgt)