SL wehrt sich gegen Seewer Fernwärmespeicherturm

SL wehrt sich gegen Seewer Fernwärmespeicherturm

Gefäss: 
Der geplante Ferwärmespeicherturm im schwyzerischen Seewen passt der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) nicht. Für den Ausbau der Fernwärmezentrale gebe es landschaftsverträglichere Varianten als den 50 Meter hohen Turm.

 

Die die AGRO Energie Schwyz will die Fernheizanlage Wintersried im Talkessel von Schwyz erweitern. Und zwar mit einem 50 Meter hohen Siloturm, der mit einem Durchmesser von 30 Metern über ein Speichervolumen von rund 30'000 Kubikmeter Warmwasser verfügt. Allerdings ist ein derart hohes Gebäude in der aktuell geltenden Zonenordnung nicht vorgesehen. Damit es gebaut werden darf, müsste der Nutzungsplan geändert werden. Damit entscheidet das Stimmvolk letztlich über das Zustandekommen des Projekts.

Doch nun meldet sich die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zu Wort: Das Bauvorhaben ist ihr ein Dorn im Auge. Der Talkessel von Schwyz sei eine hochwertige Landschaft mit grosser historischer Bedeutung und grosser heimatlicher Identifikation, schreibt die Stiftung am Donnerstag mit. In Richtung Süden sei der Blick auf das Seebecken von Brunnen, den Urnersee und Richtung Alpen von einzigartiger Schönheit. Der geplante Speicherturm würde diesen Blick verstellen, ist die SL überzeugt. Zudem würde mit der Zonenplanänderung der Effekt der isolierten Bauzone als Fremdkörper im Talkessel massiv verstärkt.
 
Für den Ausbau der Fernwärmezentrale gibt es nach Ansicht der Stiftung Landschaftsschutz landschaftsverträglichere Varianten. Die zahlreichen in der Schweiz existierenden Fernwärmezentralen und -netze mit teilweise weit grösseren Höhendifferenzen im Versorgungsgebiet kämen allesamt ohne hohe Speichertürme aus, führt die SL in ihrer Medienmitteilung aus. Die Druckhaltung werde mit anderen technischen Mitteln gewährleistet. Zudem moniert sie, dass die von  der AGRO AG vorgeschlagene Lösung kam nur zustande, weil die Promotoren den Aspekten des Landschaftsschutzes in der Variantenbewertung ein ungenügendes Gewicht eingeräumt hätten..
 
Die SL befürwortet zwar die Anstrengungen zur Förderung der Energieeffizienz und zum Neu- und Ausbau von Anlagen für die Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Grundsätze der schonungsvollen Raumplanung und des Landschaftsschutzes dürften jedoch nicht über Bord geworfen werden, so die SL. (mai/mgt/sda)