Singapur wird „verBIMt“

Singapur wird „verBIMt“

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Singapur will nächstes Jahr ein ehrgeiziges Projekt starten: Aus dem gesamten südostasiatischen Stadtstaat soll ein intelligentes 3D-Modell angefertigt werden. BIM macht‘s möglich.

Singapur 2.0: Für 53 Millionen Dollar wird die Stadt ab nächstem Jahr virtuell. Die Natioanl Research Foundation Singapore erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Singapore Land Authority und der Infocomm Development Authority ein digitales Pendant des Inselstaats. „Virtual Singapore“ heisst das ehrgeizige Projekt, bei dem das Konzept der Gebäudedatenmodellierung oder kurz BIM zum Einsatz kommt. Ziel ist es laut der Newsplattform ingenieur.de, „auf diese Weise ein gigantisches BIM-Modell zu schaffen, in dem sämtliche Gebäude, die Infrastruktur und nahezu alle Lebensaspekte in Singapur bis hin zu jedem einzelnen Baum virtualisiert und dann als interaktive 3D-Reproduktion angezeigt werden“.

Das Modell soll aber nicht nur die Stadt digitalisieren, sondern auch haufenweise Informationen liefern. Klickt man auf ein Gebäude, erhält man beispielsweise Infos zu den Baumaterialien, dem Ventilationssystem oder der Menge an direktem Sonnenlicht. Selbst die Zahl der Parkplätze soll angezeigt werden. Um dies alles zu bewerkstelligen, analysiert das 3D-Modell Geo- und Topologiedaten. Aber auch Zeichnungen, Fotos und Dokumente von verschiedenen staatlichen Stellen fliessen mit ein. All diese Daten sollen dann mit historischen und Echtzeitdaten über Demographie, Mobilität oder Klima verbunden werden, gesammelt von Smartphones, Kameras und Sensoren an verschiedenen Orten. Damit lasse sich die Wirkung der Urbanisierung auf den Stadtstaat digital erforschen, heisst es.

Die Planer rechnen damit, dass Virtual Singapore von Privaten, staatlichen Stellen, Unternehmen und Forschern genutzt wird. Vor allem in Simulationen, beim Infrastrukturmanagement, der Energieversorgung und im Katastrophenschutz soll das Modell wertvolle Dienste liefern. (pd/mt)