Silberstreifen am Kunsthimmel

Silberstreifen am Kunsthimmel

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Feine Lichtlinien zieren seit kurzem die Decke der zentralen Passage der Hochschule der Künste, Bern. Sie sind das Werk von Mona Hatoum und sie bilden die Umrisse aller Uno-Staaten nach.
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Wolkenlandschaft aus feinen, leuchtenden Glasröhrchen.
 
Die Hochschule der Künste in Bern hat selbst ein neues Kunstwerk erhalten. In der zentralen Passage leuchten scheinbar zufällige Umrisse, die an Wolken erinnern, von der Decke. Tatsächlich aber zeigen die Objekte die Formen aller Uno-Staaten. Diese sind spontan angeordnet, und so bekommt zum Beispiel Grönland überraschende Nachbarn aus der südlichen Halbkugel.

Neue Weltordnung?

"Silver Lining" heisst die Installation, was soviel bedeutet wie Silberstreifen am Horizont. Als politisches Statement will die Künstlerin ihr Werk allerdings nicht bezeichnen. Mona Hatoum hat palästinensisch-libanesische Wurzeln, lebt in Berlin und wurde bekannt durch Ausstellungen in der Tate Modern oder durch ihre Teilnahme an der Biennale in Venedig. Landkarten und Stadtpläne finden sich oft in ihren Werken. Aber Hatoum mag es nicht, wenn ihr Schaffen stets in Zusammenhang mit ihrer Herkunft gesehen wird. "Ich gehe von der momentanen Situation aus, intuitiv. Zuerst ist in meiner Arbeit immer das Phänomen des Visuellen da; erst dann erschliessen sich mir Bedeutungen", sagte sie dem Tages-Anzeiger.
 
Auf 550 Quadratmetern beleuchten die Wolkenbilder aus Glasröhrchen den Korridor im Hauptsitz der Hochschule der Künste Bern. Dieser ist in einem alten, kürzlich renovierten Fabrikgebäude untergebracht. "Silver Lining" wurde fest installiert und ist mit einer Ausnahme das einzige permanente Werk von Mona Hatoum. (ka)