Sika-Streit: Stimmrechtsbeschränkung bleibt eine Option

Sika-Streit: Stimmrechtsbeschränkung bleibt eine Option

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Am Freitag findet die ausserordentliche Generalversammlung beim Baustoffkonzern Sika statt. Konzernchef Paul Hälg sieht die Ausgangslage im Übernahmepoker nach dem jüngsten Entscheid der Finanzmarktaufsicht Finma unverändert.

Die Schenker Winkler-Holding SWH und der französische Konzern Saint-Gobain sollen gemäss einem Entscheid der Finma keine Gruppe mehr bilden. Das meldete die SWH am Freitag. Die Finma selbst wollte sich in der Sache auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda nicht äussern.

Die SWH forderte den Verwaltungsrat von Sika in einem Communiqué auf, die klare Rechtslage anzuerkennen und den Erwerb der SWH durch Saint-Gobain nicht weiter zu bekämpfen, sondern Gespräche über eine sinnvolle künftige Corperate Governance zu führen. Dazu gehöre auch, dass die Stimmrechte der SWH an der ausserordentlichen Generalversammlung nicht beschränkt würden.

Laut Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg hat der Entscheid der Finma aber nichts an der Ausgangslage verändert. In einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" sagte Hälg, die Finma habe lediglich entschieden, dass keine Offenlegungspflichten verletzt worden seien. Hälg bezieht sich dabei auf ein E-Mail, das die Finma angeblich an den Anwalt von Saint-Gobain geschickt hat. Sika selbst liege von der Behörde bisher kein schriftlicher Entscheid vor. Die entscheidende Frage, ob die SWH und Saint-Gobain eine Gruppe bilden, sei nicht beantwortet und müsse ohnehin vom Gericht entschieden werden, sagte Hälg.

Auf die Frage, ob Sika am nächsten Freitag erneut die Stimmrechte der Burkards beschränken werde, um die Abwahl dreier Verwaltungsräte zu verhindern, sagte Hälg, ja, dies sei denkbar. Der Entscheid dazu werde aber erst am Tag der Versammlung gefällt.

Die SWH hatte anlässlich der ordentlichen GV Mitte April die ausserordentliche GV beantragt. Als Traktanden sind die Abwahl von Paul Hälg (Präsident), Monika Ribar und Daniel Sauter sowie die Zuwahl von SWH-Kandidat Max Roesle (als Präsident) vorgesehen. Auch über die Genehmigung der Vergütung des VR für die laufende Amtsdauer bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung wird votiert.

Mit den Änderungen im Verwaltungsrat will die SWH den geplanten Verkauf der Stimmrechtsmehrheit durchsetzten. Die Erbenfamilie hatte im Dezember bekannt gegeben, ihre in der SWH gebündelten Sika-Anteile an den französischen Grosskonzern Saint-Gobain zu verkaufen. Sie bekäme dafür 2,75 Mrd. Franken. Weil sie die Stimmenmehrheit hat, ginge auch die Kontrolle über Sika zu Saint- Gobain über. (sda)