Sichere Fluchtwege

Sichere Fluchtwege

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Brandrauch ist die Hauptursache für Todesfälle als Folge von Bränden in Gebäuden. Es ist deshalb wichtig, die Fluchtwege für eine ausreichende Zeitspanne rauchfrei zu halten und Brandrauch kontrolliert abzuführen.
 
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Der Rauch eines Brandes kann zu Verätzungen der Lunge und Atemwege führen. Darum müssen die Fluchtwege rauchfrei gehalten werden.
 
Intensive Forschungsarbeiten, Labor- und 1:1-Versuche haben gezeigt, dass in Hochhäusern Fluchtwege nur mit maschineller Ventilatorleistung gesichert rauchfrei gehalten werden können. Als zweite wichtige Bedingung für einen genügenden Personenschutz, muss die Ventilatorleistung unmittelbar nach Brandausbruch wirken, also vollautomatisch starten. Als Hochhaus werden in der Brandschutzarbeitshilfe «Hochhäuser» der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) Gebäude bezeichnet, deren oberstes Geschoss mehr als 22 Meter über dem für die Feuerwehr zugänglichen Terrain liegt oder mehr als 25 Meter Traufhöhe aufweisen. Die VKF-Richtlinien verlangen heute für derartige Bauten Sicherheitstreppenhäuser. Darunter versteht man Treppenanlagen, die als Brandabschnitt mit Feuerwiderstand REI 90 (nbb) ausgebildet, gegen das Eindringen von Rauch und Feuer besonders geschützt sind und auf jedem Geschoss nur durch Schleusen oder über ständig ins Freie offene Gänge und Vorplätze zugänglich sind. Die VKF-Richtlinie «Flucht- und Rettungswege» verlangt darüber hinaus eine ausreichende maschinelle Belüftung. Seit 2003 verlangt das Gesetz für neu zu erstellende Hochhäuser Überdruckbelüftungsanlagen resp. Rauchschutz-Druckanlagen (RDA) in Treppenhäusern.
 
Tödlicher Brandrauch
 
Fast jede Art von Verbrennung führt zur Entstehung von Rauchgasen, die mehr oder weniger toxisch sein können. Das Inhalieren von nur einer Lungenfüllung mit kontaminiertem Brandrauch kann den sicheren Tod bedeuten. Der unmittelbaren Orientierungslosigkeit folgen die Panik, der Bewusstseinsverlust und schliesslich die absolute Hilflosigkeit. Ursachen für den Tod durch Brandrauch sind vor allem die im Rauch enthaltenen, tödlich wirkenden toxischen Gase und die so genannten korrosiv wirkenden Bestandteile die beim Einatmen zu Verätzungen von Lunge und Atemwegen führen. Meistens ist ein Zusammenwirken dieser beiden Ursachen der Grund für die Vergiftung und die erheblichen inneren Verletzungen der Brandopfer. Durch den Einsatz von RDA wird verhindert, dass sich (Flucht-)Räume mit Rauch füllen und so zur tödlichen Falle werden.
 
Anlage arbeitet vollautomatisch
 
Rauchschutz-Druckanlagen werden objektspezifisch geplant, konzipiert und anschliessend individuell hergestellt und installiert. Durch das Zusammenwirken der Brandmeldeanlage mit der richtig dimensionierten, installierten RDA wird das gewünschte Schutzziel erreicht. Im betriebsbereiten Zustand arbeitet die Anlage vollautomatisch. Eine manuelle Auslösung ist natürlich auch möglich. Zur Funktionssicherung muss eine RDA mit Notstrom versorgt sein. Nach der Branddetektion, der Brandmeldung und der Auslösung der RDA laufen folgende Funktionen praktisch zeitgleich ab: Eine Alarmsirene ertönt, die Blitzleuchte blinkt auf, Türschliesser werden stromlos geschaltet und die Türen schliessen. Der Zuluftventilator wird in Betrieb gesetzt. Ein Stellmotor in Dachbereich öffnet ein Rauch- und Wärmeabzugsgerät oder ein Fenster. Der Lüftungstaster wird deaktiviert.
 
Nach einer Spülphase von etwa 120 Sekunden wird die Druckregelung aktiv und baut den kontrollierten Überdruck auf. Dieser Überdruck verhindert, dass Rauch-/Brandgas aus Brandabschnitten in den zu schützenden Bereich gelangt. In Funktion saugt der im Keller- oder Erdgeschoss eingebaute Zuluftventilator frische Aussenluft über einen feuerbeständigen Lüftungskanal an und bläst diese in den Rettungsweg. (mgt)