SFS Group: Dank Baubranche den Frankenschock überwunden

SFS Group: Dank Baubranche den Frankenschock überwunden

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Die Ostschweizer SFS Group hat die starke Frankenaufwertung bereits vollständig verkraftet. Die Herstellerin von mechanischen Befestigungssystemen und Präzisionsformteilen konnte im ersten Semester beim Umsatz und Gewinn wieder an die Zeiten des Euromindestkurses anknüpfen.

So hat die SFS Group in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres einen Konzerngewinn von 47,1 Millionen Franken erreicht. Damit fällt er leicht höher aus als im ersten Semester 2014. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine markante Steigerung um 48 Prozent.

Die SFS Group hat damit die negativen Effekte der Frankenaufwertung vollständig kompensieren können. Ihr ist dieses Kunststück mit verschiedenen Massnahmen gelungen. So hat die Gruppe im Schweizer Werk markant die Profitabilität steigern können. Darüber hinaus hat das Unternehmen jedoch auch auf die richtigen Produkte gesetzt.

Der Nachfragerückgang aus der Elektronikindustrie konnte deshalb mit steigenden und zudem hoch profitablen Aufträgen aus der Bau-, der Automobil-, der Flugzeug-und der Medizinaltechnikindustrie kompensiert werden.

Schliesslich half dem Unternehmen auch der Wechselkurs. Dieser und zu einem kleineren Teil die Übernahme der Firma Stamm liess den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent auf 688,8 Millionen Franken ansteigen. Ohne diese beiden Effekte wären die Verkäufe gleich hoch ausgefallen wie ein Jahr zuvor.

Markante Verschiebungen

Hinter dieser Stagnation steckt jedoch viel Bewegung. So haben einerseits Umsatzsteigerungen in den Segmenten Befestigungssysteme (+11,9 Prozent auf 176,7 Millionen Franken) sowie Vertrieb und Logistik (+1,3 Prozent auf 156,5 Millionen Franken) den Umsatzrückgang im Segment der Präzisionsformteile (-0,7 Prozent auf 355,6 Prozent) ausgleichen.

Andererseits gab es markante Verschiebungen innerhalb des Segments der Präzisionsformteile. Weil unter anderem in Computern immer weniger mechanische Festplatten eingebaut werden, ist der Umsatz mit Produkten für die Elektronikindustrie geschrumpft. Auf der anderen Seite hat jedoch die Nachfrage aus der Flugzeug- und der Medizinaltechnikindustrie deutlich angezogen.

Weil die Produkte für diese Kunden höhere Margen als diejenigen für die Elektronikindustrie abwerfen, hat das für die SFS Group den angenehmen Effekt, dass trotz sinkendem Umsatz die Profitabilität deutlich angestiegen ist. Über alle Unternehmensbereiche hinweg hat sich die Betriebsmarge (EBITA-Marge) innert Jahresfrist von 10,6 Prozent auf 13,6 Prozent erhöht.

Hinter den Verschiebungen bei den Verkäufen stecken aber auch unternehmerische Veränderungen. So hat die SFS Group in der Region Asien, in der die Elektronikindustrie angesiedelt ist, die Produktionskapazität zurückgefahren, in den USA und vor allem in Europa dagegen aufgebaut. Das zeigen die Verschiebungen beim Personalbestand: In Asien ist er um 14 Prozent auf noch 3431 Vollzeitstellen gesunken. In den USA und in Europa dagegen um 13 respektive 2 Prozent auf 595 und 1775 angestiegen.

SFS Group hält an Schweizer Werk fest

Kaum verändert hat sich mit 2245 Vollzeitstellen dagegen der Personalbestand in der Schweiz. Und dies, obwohl die SFS Group im Inland wegen der Frankenstärke umfassende Massnahmen ergriffen hat. So konzentriert sich das Schweizer Werk auf hochautomatisierte und kapitalintensive Produkte für die Autoindustrie. Die anderen bisherigen Tätigkeiten in der Schweiz werden in andere Werke in Europa und in der Türkei ausgelagert.

Ein Arbeitsplatzabbau in der Schweiz ist dabei nicht geplant. Der Anfang 2015 verfügte Einstellungsstopp ist wieder aufgehoben. Es werden wieder, wo nötig und vertretbar, in moderatem Ausmass neue Arbeitsplätze geschaffen, heisst es in der Mitteilung vom Freitag.

Beim Ausblick bestätigt die SFS Group die zuvor gemachten Prognosen. So erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum am unteren Ende der in Aussicht gestellten Bandbreite von 2 bis 4 Prozent. Die Betriebsmarge (EBITA-Marge) soll mit gegen 14 Prozent höher als im Vorjahr ausfallen. Die Anleger zeigten sich über diesen Ausblick erfreut. Der Kurs der SFS-Aktie stieg bis Mittag um über 2 Prozent. (sda)