Seouls unsichtbarer Wolkenkratzer

Seouls unsichtbarer Wolkenkratzer

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Normalerweise sind Wolkenkratzer von Weitem sichtbar und vor allem hoch. Anders verhält es sich beim sogenannten Invisible Tower (unsichtbarer Turm), der in der Nähe von Seouls Flughafen ­Incheon geplant ist. Das US-Architekturbpro GDS, das ihn entworfen hat, will ihn mit einer Art Tarnkappe versehen.
 
 
Die Architekten setzen bei ihrem 450 Meter hohen Projekt nicht auf rekordverdächtige ­Grösse, sondern auf ausgefeilte Technik und optische Effekte: Am Turm befestigte Kameras nehmen die Umgebung auf und senden die Bilder auf rund 500 Reihen LCD-Bildschirme, welche in die Fassade integriert sind. Damit löst sich der Turm – zumindest für das Auge – im Himmel auf. Weil sich die Helligkeit der Bildschirme regulieren lässt, kann sich das Bauwerk aber auch nur teilweise oder nach und nach unsichtbar ­machen. «Südkorea ist ein grossartiges Land, das nicht bei dem sinnlosen Wettstreit um den höchsten Wolkenkratzer mitzumachen braucht», sagt Charles Wee von GDS. «Deshalb verfielen wir auf die Idee, das Gegenteil von alledem zu tun und den Turm verschwinden zu lassen.»
 
Bis das extravagante Hochhaus mit dem Himmel verschmilzt, wird es aber noch etwas ­dauern: Während der Spatenstich im nächsten Jahr erfolgen soll, wird mit der Fertigstellung frühestens 2018 gerechnet. Der Turm ist als Aussichtsplattform und Freizeittempel gedacht. Unter ­anderem soll er einen Wasserpark, eine Achterbahn und Kinos beherbergen. (mai)