Selbstständiger und geselliger Wohnen im Alter

Selbstständiger und geselliger Wohnen im Alter

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Möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben, gute Anschlüsse an den ÖV und Geselligkeit sind drei der Grundbedürfnisse, wenn es ums Wohnen im Alter geht. Für viele Einwohner der Schweiz sind Altersheim oder Senioren-WG kein Thema. Dies zeigt eine Umfrage des Immobilienportals homegate.ch.

Das klassische Altersheim hat künftig ausgedient. Gerade mal 0,7 Prozent können sich vorstellen, dereinst in ein klassisches Alters- oder Pflegeheim zu ziehen Das geht aus der Studie des Immobilienportals homegate.ch hervor. Die Mehrheit Befragten oder vielmehr 36 Prozent möchte den Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen, im Tessin sind es gar rund 50 Prozent. Die Möglichkeit, in eine Wohnung mit Zugang zu Dienstleistungen zu ziehen, um auch bei Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, ziehen 14 Prozent in Betracht. Obwohl immer wieder als Wohnmodell mit Zukunft angepriesen, scheint auch die Senioren-WG auf wenig Interesse zu stossen: Lediglich für 6,2 Prozent ist eine gemeinsame Wohnung mit mehr oder weniger Gleichaltrigen eine Option.

Der Kontakt mit anderen stellt für mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer ein Grundbedürfnis dar. Besonders ausgeprägt ist dies im Tessin: Hier gaben zwei Drittel aller Befragten geben an, dass für sie das soziale Leben auch im Alter äusserst wichtig ist.                                                                                                                     

Läden und Arzt in Gehdistanz

Rund 25 Prozent der Befragten haben sich bis jetzt noch nicht mit der Frage beschäftigt, wie sie ihren Lebensabend verbringen wollen. Diejenigen, welche sich bereits mit der Frage nach dem idealen Wohnmodell im Alter befasst haben, achten vor allem auf eine gute Infrastruktur. Das heisst, Läden und medizinischer Versorgung sollten bequem zu Fuss erreichbar sein, ein guter ÖV-Anschluss sowie genügend Privatsphäre sind ebenfalls von Bedeutung. Allerdings sieht man es auch in dieser Beziehung im Tessin etwas anders als im Rest der Schweiz: Für die Tessiner haben Sauberkeit und Ruhe erste Priorität, während die Privatsphäre nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Auch der Wunsch nach Mobilität und Selbstständigkeit zeigt die Umfrage. So wollen zirka 50 Prozent nur bei Bedarf auf Hilfe zurückgreifen müssen und stattdessen möglichst lange unabhängig sein können. Dennoch träumen 18,9 Prozent von einer Rundumbetreuung.

«Der demographische Wandel macht sich nicht zuletzt auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar. Eine Auswertung aller auf homegate.ch seit 2013 zum Verkauf ausgeschriebener Eigentumswohnungen zeigt, dass die Nachfrage nach vergleichsweise günstigen Singlewohnungen das Angebot bei weitem übersteigt», sagt Daniel Bruckhoff, Mediensprecher der Homegate AG. Kleinere Wohnungen ermöglichten es gerade älteren Mitmenschen, länger mobil zu bleiben und den Gang ins Altersheim wenn nicht zu vermeiden, so immerhin hinauszuzögern.

Für die Studie wurde eine Online-Befragung in der Deutsch- und Westschweiz sowie im Tessins im Mai 2015 durchgeführt. Insgesamt nahmen 1409 Personen zwischen 15-74-jährigen Personen teil, die mindestens einmal pro Woche das Internet nutzen. (mai/mgt)