Seco korrigiert Prognosen nach oben

Seco korrigiert Prognosen nach oben

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Die tiefste Rezession seit Mitte der 70er Jahre dürfte schneller überwunden sein als noch vor wenigen Monaten erwartet. Die Ökonomen des Bundes haben die Konjunkturprognosen deutlich nach oben korrigiert. Damit liegt das SECO etwa auf der Linie der Nationalbank-Prognosen.
 
Die Schweizer Wirtschaft wird im laufenden Jahr um 1,7% schrumpfen. Dies ist zwar der grösste Rückgang seit 1975, noch vor drei Monaten hatten die Experten vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sogar einen Rückgang von 2,7% vorausgesagt.
 

BIP-Wachstum im nächsten Jahr

 
Im Jahr 2010 dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) gemäss dieser neuen Prognose wieder um bescheidene 0,4 Prozent wachsen. Im Juni war noch mit einem Rückgang von 0,4 Prozent gerechnet worden. Schon in der letzten Woche teilte die Nationalbank mit, dass sie für dieses Jahr "nur" noch von einem BIP-Rückgang von 1,5 bis 2 Prozent ausgeht. Aus der Sicht des Seco erholt sich die Weltkonjunktur schneller als erwartet, nicht zuletzt auf Grund zahlreicher staatlicher Konjunkturprogramme. Dazu kommt, dass in vielen Ländern der Lagerabbau vieler Unternehmen weitgehend abgeschlossen ist, so dass sich eine steigende Nachfrage rasch auf die Produktion durchschlagen sollte.
 

Impulse kommen vom Export

 
Nächstes Jahr werden die Ausfuhren um 3,2 Prozent zulegen, nachdem 2009 ein kräftiges Minus von 9,5% zu erwarten ist. Der immer noch anhaltende Abwärtstrend bei den Ausrüstungsinvestitionen wird sich von -8,0 Prozent im laufenden auf -2,5 Prozent im kommenden Jahr zurückbilden.
 

Privatkonsum noch als Konjunkturstütze

 
Eine der Ursachen des robusten Privatkonsums ist nach Ansicht der Experten des Bundes auch der Zuwanderung in die Schweiz zu verdanken. Er dürfte sich aber im nächsten Jahr etwas reduzieren, von 0,8 Prozent auf 0,3Prozent. Insgesamt kann zudem, wenn überhaupt, nur mit geringen Reallohnsteigerungen gerechnet werden. Konsumdämpfend könnte sich auch die zunehmende Verunsicherung auf dem Arbeitsmarkt auswirken.
Leicht tiefere Schätzungen bei der Arbeitslosenquote für 2010
Eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent für das laufende und 5,2 Prozent  für das nächste Jahr erscheint dem Seco als realistisch. Auch hier lagen die Erwartungen im Juni noch bei einer Quote von 5,5 Prozent. Laut dem Seco geht die Beschäftigung vor allem in den kommenden Quartalen weiter zurück. Mit einer leichten Zunahme wird erst gegen Ende 2010 gerechnet.
 

Insgesamt schleppende Erholung der Weltwirtschaft

 
Nachdem die weltweit eingeleiteten Konjunkturprogramme für eine erste kräftige Aufholbewegung verantwortlich sind, sorgt deren allmähliches Auslaufen für eine nachlassende Dynamik weltweit. Diese Entwicklung dürfte auch die stark vom Ausland abhängige Schweizer Wirtschaft bremsen. Ausserdem wirken der Konsolidierungsbedarf bei den hoch verschuldeten Staatshaushalten und die Konsumzurückhaltung in den USA gegen eine starke Dynamik in der weltwirtschaftlichen Entwicklung.
 
Dass die Erholung sogar wieder vollends zum Erliegen kommen könnte, wollen die Ökonomen des Bundes nicht ganz ausschliessen. Die weltwirtschaftlichen Risiken sind immer noch beträchtlich. Zum Beispiel könnten neuerliche Kreditverluste die Probleme der Finanzwirtschaft wieder akzentuieren und die Konjunktur belasten. (sda)