Schwyzer wollte Manifesta-Pavillon eigenmächtig „zügeln“

Schwyzer wollte Manifesta-Pavillon eigenmächtig „zügeln“

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Der „Pavillon of Reflections“ ankert noch bis September in der Nähe des Bellevues. Der Leiter des Schwyzer Schiffsinspektorats wollte ihn danach nach Pfäffikon SZ holen und hat ohne das Wissen seiner Vorgesetzten ein Baugesuch eingereicht. Jetzt wurde er zurückgepfiffen.

Das eigentliche Wahrzeichen der europäischen Kunstbiennale Manifesta ist der schwimmende Holzpavillon beim Zürcher Bellevue, der tagsüber als Treffpunkt und Badi dient und am Abend für Filmvorführungen genutzt wird. Die Ausstellung dauert noch bis am 18. September. Danach verschwindet die Konstruktion wieder von der Bildfläche.

Das Schiffsinspektorat des Kantons Schwyz respektive dessen Leiter möchte die Plattform gerne nach Pfäffikon holen, wie die NZZ schreibt. An einen Seeabschnitt, der dem Kloster Einsiedeln gehöre. Dort hätte die Anlage während maximal fünf Jahren weiter bestehen sollen. Für die Stationierung wurde letzte Woche ein Baugesuch im Amtsblatt veröffentlicht, eingereicht vom Inspektoratsleiter. Nur: Seine Vorgesetzten wussten offenbar nichts davon. Darum hat das Schwyzer Baudepartement das Projekt gestoppt, das Baugesuch wurde zurückgezogen. „Im Verlauf des Projekts wurden die Grenzen zwischen dem Schiffsinspektorat als Amtsstelle und dem Leiter als Vernetzer immer mehr vermischt“, heisst es.

Dennoch hat man im Kanton Schwyz grundsätzlich nichts dagegen, dem Manifesta-Pavillon in Pfäffikon ein vorübergehendes „Zuhause“ zu geben. Das sagt zumindest Peter Wespi, Vorsteher des Verkehrsamts. Doch der Inspektoratsleiter habe am Schluss als Initiator fungiert und damit Vorschriften verletzt. Es sei nicht in seiner Kompetenz gestanden, ein solches Baugesuch ohne Information der Vorgesetzten einzureichen. Einer privaten Trägerschaft stehe es jedoch frei, das Baugesuch erneut vorzulegen. Wie die NZZ schreibt, befindet sich eine solche derzeit in Gründung. (mt/pd)