Schwimmbad für Wasserratten und Architekturfreunde

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Teaserbild-Quelle: Stadt Zürich
Das Zürcher Hallenbad City wird während zweier Jahre saniert und teils in seinen Urzustand zurück versetzt. Unter anderem soll das Glasdach wieder hergestellt werden.
 
Stadt Zürich
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Stadt Zürich
Zum letzten Mal saniert wurde das Hallenbad City vor 25 Jahren.
 
Zwischen 1939 und 1941 wurde das Hallenbad City im Herzen von Zürich gebaut. Entworfen hatte es der damalige Stadtbaumeister Hermann Herter. Heute gehört es als architektonisch beispielhaftes Bauwerk zum Inventar der schützenswerten Bauten von kommunaler Bedeutung. Doch nun ist das elegante Gebäude im Stil des Neuen Bauens in die Jahre gekommen: Während rund zweier Jahre soll es saniert werden. Letztmals saniert wurde es vor 25 Jahren und ist dabei teilweise verändert worden. Mit der nun anstehenden Sanierung werde nun versucht, dies rückgängig zu machen und den zeittypischen Ausdruck des Gebäudes wieder herzustellen, heisst es dazu in einer Mitteilung des Zürcher Hochbaudepartements. So will man unter anderem die Hallendecke mit der ursprünglichen Glaskonstruktion wieder hergestellen. Des Weiteren soll die Wasseraufbereitung und die Haustechnik erneuert und ein zusätzliches Nichtschwimmerbecken geschaffen werden. Überdies will man das Hallenbad rollstuhlgängig machen. Kosten weden diese Massnahmen voraussichtlich 44 Millionen Franken. – Für den Umbau zeichnet das Zürcher Büro „Ernst Niklaus Fausch Architekten“ verantwortlich.

Zu teure Provisorien

Um seinen Besuchern eine Alternative zu bieten werden die Betriebszeiten in den übrigen sechs Stadtzürcher Hallenbädern ausgedehnt. Dies erklärte das Sportamt in seiner Mitteilung. Ursprünglich hätte den Hallenbad-City-Badegästen ein während der Bauzeit ein Provisorium als Alternative geboten wreden sollen. Doch die Erstellung eines Provisoriums scheiterte an den hohen Kosten. Alleine für die Prüfung von Provisorien durch durch Statiker, Architekten und Geologen wurden 100'000 gesteckt.
 
Abegeklärt wurden unter anderem das Projekt eines Ballons auf dem Kasernenareal (ähnlich wie bei Tennishallen), ein schwimmendes Becken auf dem See sowie eine Konstruktion über der Sihl, ähnlich wie das ehemalige Parkdeck. Die günstigste Variante für ein zentral gelegenes 50-Meter-Schwimmbecken hätte jedoch mehr als fünf Millionen Franken gekostet. In der Folge beschloss das Sportamt, den Badegästen in den übrigen sechs Hallenbädern zusätzlich 35 Betriebsstunden pro Woche anzubieten. (mai/sda)