Schwierige Umnutzungen in Basel?

Schwierige Umnutzungen in Basel?

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Sind Bürokratie und ein Wust an Auflagen schuld, dass in Basel zu wenig leer stehende Büros in Wohnungen umgenutzt werden? Die Abschlussarbeit einer Juristin legt dies nahe.

Während Büros in Basel jahrelange leer stehen, werden die Wohnungen immer weniger. Das Potenzial für Wohnungen wäre da: Das Immobilienberatungsunternehmen Wüest und Partner davon aus, dass in Basel mittels Umnutzungen von Büros 400 bis 600 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden könnten.  Allerdings ist es gut möglich, dass dies in der Realität anders aussieht. Das geht aus einem Artikel in der „Basler Zeitung“  über Yvonne Turi und ihre Abschlussarbeit hervor.  Turi ist Juristin und hat am Curem in Zürich ihre Abschlussarbeit zum Thema „Umwandlungen von leeren Büroflächen in Wohnraum“ geschrieben.

„Für den Umbau von Büros in Wohnungen steht gemäss meiner Mikroanalyse viel weniger Potenzial zur Verfügung als angenommen“, erklärt Turi gegenüber der Zeitung.  Viel freie Gewerbefläche liege im Industriegebiet und dort sei auf die kommenden ein, zwei Jahrzehnte hinaus keine Umnutzung möglich. Einen weiteren Grund sieht sie in fehlenden objektiven Kriterien und bei den Behörden. Als grösste Herausforderung für Umbauwillige erachtet sie die zahlreichen Auflagen – etwa Erdbebensicherung, behindertengerecht Bauweise sowie die Ansprüche von Stadtbildkommission und Denkmalschutz  –  und die vielen Bauvorschriften  sowie die verschiedenen involvierten Instanzen. In der Folge kommen viele zum Schluss, dass sich eine Umnutzung nicht auszahlt. Gemäss Turis Mikroanalyse  könnnen somit von den theoretisch freien 60‘000 Quadratmetern gerade mal 5400 Quadratmeter in Wohnflächen umgewandelt werden.

Damit Liegenschaftsbesitzer nicht vor den Auflagen und Vorschriften kapitulieren, schlägt Turi vor, dass die die Stadt eine entsprechende Beratungs- und Projektkoordinationsstelle einrichtet. Zudem rät sie etwa dazu, die Umnutzung von Dachgeschossen zu erleichtert.  (mai)