Schweizer Wald soll mehr Holz liefern

Schweizer Wald soll mehr Holz liefern

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Der Wald macht rund 31 Prozent der Schweizer Landesoberfläche aus. Er soll den Klimawandel mindern und einen Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energien leisten; So will es die neue sogenannte Waldpolitik 2020. Der Bundesrat hat sie gutgeheissen.
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Einst wurde der Sihlwald bei Zürich für die Versorgung der Stadt mit Holz genutzt, heute ensteht dort ein Naturwald, der sich selbst überlassen wird.
 
 
Die Klima-Ziele seien neu in der Waldpolitik, teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mit. Der Wald und die Art seiner Bewirtschaftung sollen dazu beitragen, die Klimaveränderung zu mindern - indem das Holz als nachwachsender Rohstoff mehr genutzt und optimal verwendet wird. „Damit kann die CO2-Bilanz der Schweiz verbessert und ein grösserer Beitrag zur Versorgung mit erneuerbarer Energie geleistet werden“, schreibt das Bafu in seiner Mitteilung. Hauptziel bleibe allerdings das Sicherstellen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. ^Zudem will man denn Wald weiterhin als ein anpassungsfähiges Ökosystem erhalten, das vor Naturgefahren schützt, den Menschen Erholungsraum bietet und Tieren Lebensfeld ist. Und dies in einer Zeit, in der die Belastung des Waldes durch Trockenheit, Naturereignisse und Schädlinge zunehmen dürfte.
 
Um diese Ziele umzusetzen sieht das Bafu eine grosse Palette an Massnahmen vor: sie reicht von der naturnahen Bewirtschaftung aller Wälder über eine bessere Widerstandsfähigkeit durch Jungwaldpflege und die Ausscheidung von Wildruhegebieten bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit.
 

Unterschiedliche Ansprüche

Der Bundeserat will mit seiner neuen Waldpolitik nicht zuletzt die „oft auseinandergehenden Ansprüche der Gesellschaft an den Schweizer Wald miteinander in Einklang bringen“. Eine entsprechende Gewichtung von Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft soll dafür sorgen, dass der Wald nachhaltig bewirtschaftet wird. Indem der Bundesrat die Waldpolitik 2020 gutgeheissen hat, erteilt er dem Umweltdepartement (Uvek) auch den Auftrag, wo nötig gesetzliche Anpassungen vorzubereiten und die Finanzierung aufzuzeigen. Denn laut dem Bafu-Bericht zeichnet sich ab, dass das Waldgesetz von 1991 teilweise revidiert werden muss. - Grundlage dazu liefert das Waldprogramm Schweiz, das 2002 und 2003 erarbeitet worden war.
 
Der Bund investiert dieses Jahr im Bereich Wald etwa 94 Millionen Franken. Zumindest bis 2016 ist laut Bafu nicht mit höheren Kosten zu rechnen. Die Waldgesetzgebung ist auch im Parlament ein Thema. In der Sommersession hat der Ständerat als Erstrat beschlossen, die strengen Rodungsvorschriften zu lockern. (mai/sda)
 
 
Mehr zur Waldpolitik des Bundes auf www.bafu.admin.ch