Schweizer sollen auf einheimisches Holz setzen

Schweizer sollen auf einheimisches Holz setzen

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Teaserbild-Quelle: Bilder zvg

Immer mehr Holz wird importiert. Dabei wächst dieser Rohstoff bei uns in Hülle und Fülle und könnte geerntet werden, ohne dem Wald zu schaden. Deshalb haben die Wald- und Holzbranche sowie das Bundesamt für Umwelt die Kampagne «Woodvetia» lanciert. Sie soll die Bevölkerung für Schweizer Holz begeistern.

Neben Wasser verfügt die Schweiz über einen weiteren wertvollen Rohstoff: Holz. Ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Das sind rund 1,26 Millionen Hektaren oder fast 1800 Quadratmeter pro Einwohner. Pro Jahr ernten wir rund fünf Millionen Kubikmeter Holz. Dabei könnte es rund ein Drittel mehr sein, ohne dem Wald zu schaden. Stattdessen importieren wir jedes Jahr tonnenweise dieses nachhaltigen Rohstoffs.

Um das zu ändern, haben die Wald- und Holzbranche und das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Kampagne «Woodvetia» lanciert. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll damit die Schweizer Bevölkerung dafür gewonnen werden, bei Neubauten, Umbauprojekten oder beim Möbeklauf auf einheimisches Holz zu setzen. Denn nur so könne die Wertschöpfungskette vom Wald bis zu den Endkunden intakt bleiben. «Konkret: Wenn die Nachfrage seitens der Bevölkerung für Schweizer Holz hoch ist, können zum Beispiel Sägereien in der Schweiz viel Schweizer Holz an Abnehmer wie Holzbauer oder Schreiner zur Weiterverarbeitung verkaufen.»

Ein Holzfiguren-Kabinett

Doch dafür muss das Holz aus unseren Wäldern erlebbar gemacht werden. Darum stehen im Mittelpunkt der Kampagne lebensgrosse Figuren von Schweizer Persönlichkeiten. Der Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck stellt sie jeweils aus einer Holzart her, die aus der Herkunftsregion der dargestellten Person stammt. Den Anfang macht Marie Tussaud, die Gründerin des weltberühmten Wachsfigurenkabinetts. Geschnitzt wurde sie aus einer Berner Winterlinde. Offiziell wurde Tussaud zwar in Strassburg geboren. Aber ihren eigenen Angaben nach kam sie in Bern zur Welt.

Im Lauf des Jahres werden immer wieder neue Holzfiguren im öffentlichen Raum ausgestellt, wie es im Communiqué heisst. So könne die Bevölkerung ihnen an überraschenden Orten begegnen. Die Figuren sind stets frei zugänglich. «Nur wenn die Menschen die Statuen berühren und riechen, können sie den nachhaltigen Roh- und Werkstoff Holz sinnlich erfahren und sich dafür begeistern.» Am Ende des Jahres werden sämtliche Figuren – wie viele es sein werden, soll nicht verraten werden – in Bern gemeinsam präsentiert.

Wer wissen möchte, wo die Statuen zu welchem Zeitpunkt auftauchen, kann sich auf der Website www.woodvetia.ch informieren. (mt/pd)