Schweizer Solarpreis für farbige Photovoltaik-Fassade

Schweizer Solarpreis für farbige Photovoltaik-Fassade

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Teaserbild-Quelle: zvg

Das Basler Kohlesilo ist mit dem Solarpreis 2015 ausgezeichnet worden. Das Umbauprojekt überzeugte mit den farbigen, auf Mass gefertigten Solarmodulen und mit der Speicherlösung für überschüssige Energie mit Recycling-Batterien.

Für seine innovative Fassaden- und Indach-Anlage hat das Kohlesilo in Basel den Schweizer Solarpreis 2015 im Bereich Sanierungen erhalten. Das ehemalige Gebäude der Heizzentrale und des Kohlesilos der Maschinenfabrik Sulzer und Burckhardt in Basel wurde zu einem Mehrzweckgebäude umgebaut und bietet nun neben der bestehenden Zirkusschule Platz für eine Praxis, ein Büro und zwei Konferenzzimmer. Auf dem Dach sowie an der Süd- und Nordfassade wurden grüne, goldfarbene, orange, blaue und graue Photovoltaik-Module mit monokristallinen Solarzellen sowie einige Standardmodule in schwarz eingesetzt. Die 159 Quadratmeter grosse Anlage ist ganzflächig integriert und erzeugt jährlich 16 400 Kilowattstunden Solarstrom. Damit deckt sie rund 37 Prozent des Gesamtenergiebedarfs des Gebäudes. Das Mehrzweckgebäude ist an eine Fernwärmeversorgung angeschlossen.

Neuerung für die Solarbranche

Das ehemalige Areal der Maschinenfabrik Sulzer und Burckhardt in Basel entwickelte sich in den letzten 15 Jahren vom Industriebetrieb zu einem Kulturort. Das Gebäude, in dem früher die Heizzentrale und das Kohlesilo der Maschinenfabrik untergebracht waren, stellt das letzte umgenutzte Volumen auf dem Areal dar. Dabei achteten die Verantwortlichen besonders auf die Wiederverwertung von Bauteilen und Materialien. Die mehrfarbig verglasten, monokristallinen Solarzellen auf dem Dach und an der Fassade bilden eine interessante Neuerung für die Solarbranche. Sie eröffnen die Möglichkeit, ganze Überbauungen, Quartiere und Industrie-Areale mit Solarfassaden und Solardächern attraktiver zu gestalten.

Um den Eigenverbrauch des Stroms im Areal zu optimieren, wird ein „Second-Life- Batteriespeicher“ aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien der Elektromobilität installiert. Das Projekt wird vom Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt und vom Bundesamt für Energie gefördert und von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) begleitet. Ein Monitoring erfasst die Leistungsdaten jedes Photovoltaik-Moduls. Die Messungen dienen zur Optimierung der 24 Kilowatt starken Photovoltaik-Anlage und zur Untersuchung der Auswirkungen der verschiedenen Farben auf die Leistung. Die Basler Firma Solvatec AG erstellte die Solarstromanlage im Auftrag der Kantensprung AG und in Zusammenarbeit mit dem Baubüro In Situ AG. Die 1998 gegründete Solvatec ist seit diesem Jahr eine Tochtergesellschaft der Fenaco.

Gestalterische Qualität gewürdigt

„Der Umgang mit der bestehenden Bausubstanz, die gestalterische Qualität der Solaranlagen, die Einbettung des Energiekonzepts in ein ganzes Areal und die Überprüfung der energetischen Qualität im Betrieb rechtfertigen den Schweizer Solarpreis 2015 für das Kohlesilo in Basel“, schreibt die Jury. Die Solar Agentur Schweiz unter dem Patronat des Bundesamts für Energie, Energie Schweiz, der kantonalen Energiedirektoren und der kantonalen Energiedelegierten verleiht seit 1991 in Zusammenarbeit mit Partnern, Vereinigungen und Verbänden jährlich den Schweizer Solarpreis. 2015 wurden von 86 eingereichten Bewerbungen insgesamt 19 mit dem Preis ausgezeichnet sowie 2 Diplome vergeben. (bb)