Schweizer Konjunktur stemmt sich gegen starken Franken

Schweizer Konjunktur stemmt sich gegen starken Franken

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Der starke Franken ist für die Schweizer Wirtschaft nach wie vor eine Herausforderung. Gemäss KOF-Konjunkturbarometer, der im Juli um zehn Punkte auf 99,8 Zähler gestiegen ist, verliert die erste Schockwelle nach der Mindestkursaufhebung etwas an Kraft. Für die Immobilien- und die Baubranche hatte der starke Franken leichte Einbussen zur Folge. Dies geht aus der Metaanalyse Konjunktur des Beratungsbüros Fahrländer Partner hervor.

Die aktualisierte Metaanalyse Konjunktur vom August von Fahrländer Partner stützt ihre Erkenntnisse auf alle wichtigen Indikatoren und Prognose-Institute in der Schweiz (SECO, KOF, CS, UBS, Créa, BAK). Die Prognosen einzelner Institute fliessen in einen mittleren Prognosewert, und zeichnen so ein ziemlich verlässliches, breit abgestütztes Bild. Die so errechneten Mittelwerte für eine BIP-Prognose, ein gutes Halbjahr nach dem SNB-Entscheid, liegen bei +0,7% für 2015 und bei +1,4% für 2016. Die Mittelwerte für die Arbeitslosenrate liegen bei 3,4% für 2015 und 3,7% für 2016. 

Im Detail: Die SECO-Prognose gibt sich optimistisch und rechnet für das gesamte 2015 mit einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von +0,8% und für 2016 mit +1,6%. Das KOF rechnet etwas bescheidener mit +0,4 in diesem und +1,3% im nächsten Jahr während  BAK Basel  +0,6% im laufenden Jahr und einem Anstieg auf +1,5% im 2016 prognostiziert. Die Grossbanken bewegen sich für dieses und das nächste Jahr mit ihren Prognosen im Mittelfeld: CS mit +0,8% und +1,2% - UBS mit +0,5% und+1,1%. Ungeachtet, der im ersten Halbjahr 2015 leicht negativen Werte, bewegen sich die durch Fahrländer Partner errechneten Mittelwerte noch deutlich im grünen Bereich mit +0,7% im 2015 und +1,4% im 2016.

Solide Konsum-Erwartungen

Die von Fahrländer Partner errechneten durchschnittlichen Prognosen für den Privatkonsum liegen bei +1,5% für 2015 und +1,2% für 2016. Der öffentliche Konsum liegt etwas höher mit +2,1% für 2015 und +1,5% für 2016.

Weniger Optimismus bei den Konsumenten

Der Schweizer Konsumentenstimmungsindex verschlechterte sich zwischen April und Juli 2015 von –6 auf –19 Punkte. Die Erwartungen der Konsumenten bezüglich der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung veränderten sich signifikant (−8 Punkte im April, −25 Punkte im Juli), und es wird mit steigender Arbeitslosigkeit gerechnet (+51 Punkte im April, +65 Punkte im Juli). Leicht verschlechterte sich die Einschätzung der zukünftigen finanziellen Lage der Haushalte (+5 Punkte im April, –4 Punkte im Juli).

Inflation im Minus- oder Nullbereich

Die lnflationsprognose der Nationalbank hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres kam verändert. Die Prognosen für 2015 liegen derzeit bei –1,0% und  bei –0,4% für 2016.

Immobilienpreise und Mieten geben leicht nach

Die Metaanalyse Immobilien von Fahrländer Partner für den Bereich Wohnimmobilien bleibt volatil auf hohem Niveau.  Gemäss Transaktionspreisindizes FPRE sind im zweiten Quartal 2015 die Preise für Eigentumswohnungen schweizweit um  –2,3%% gesunken, am stärksten im gehobenen

Segment mit –4,0% im Vergleich zum Vorquartal. Die Einfamilienhaus-Preise ziehen aktuell leicht an, sind im Vorjahresvergleich jedoch stabil. 

Die Preise für Mehrfamilienhäuser haben sich laut SWX IAZI Preisindex für Immobilien im 2. Quartal 2015 um –0,2% verringert. Dagegen stiegen die Preise für Einfamilienhäuser um +0,4%. Auf Jahresbasis betrachtet, belief sich die Preisentwicklung auf +1,8%.

Die Marktmieten für Altbauwohnungen sind im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorquartal um +1,8%, für Neubauwohnungen um +1,5% gestiegen. Vor allem in den Grossräumen Genf und Lugano stiegen die Mieten deutlich. 

Die Marktmieten für Büroflächen bleiben weiterhin unter Druck. Sie reduzierten sich im zweiten Quartal 2015 landesweit um 3,1%. Das Überangebot an Geschäftsflächen drückt auf die Preise. Auf Grund bevorstehender und geplanter Neuzugänge dürfte sich die Situation vorläufig noch nicht beruhigen. Das Gleiche gilt auch für Verkaufsflächen vor allem an peripheren Lagen. 

Der Bauindex  der Credit Suisse und des Schweizer Baumeisterverbandes sinkt im zweiten Quartal 2015 auf einen Stand von 130 Punkten. Erwartet wird ein Umsatzrückgang im Bauhauptgewerbe von –1,3% (zum Vorquartal) und –9,0% (zum Vorjahresquartal). Dieser Rückgang geht eindeutig zu Lasten der Indexkomponente Tiefbau, welche gegenüber dem Vorquartal erneut –3,8% einbüsst. (mai/mgt)