Schweizer dürfen endlich pflastern

Schweizer dürfen endlich pflastern

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Der skurrile Streit um die Sanierung der alten Rheinbrücke im aargauischen Laufenburg wurde beendet. Wegen einer Beschwerde mussten die Bauarbeiten während zweier Jahre unterbrochen werden. Nachdem nun aber die Aargauer Regierung die Beschwerde abgewiesen hat, kann der Schweizer Teil gepflastert werden.
 
Schon rund hundert Jahren verbindet die 90 Meter lange, alte Rheinbrücke das aargauische Laufenburg mit seiner badischen Schwesterstadt. Der 1911 errichtete Übergang von Robert Maillart gilt als eine der ersten Betonbrücken der Schweiz. Seit 2004 ist das Bauwerk für den Verkehr gesperrt. Denn um ihre Sanierung war eine etwas groteske Auseinandersetzung entbrannt. Diese hatte auf Schweizer Seite zur Folge, dass die Bauarbeiten über zwei Jahren hinweg nicht mehr fortgesetzt werden konnten. Der Grund: Ein Einwohner des Städtchens hatte gegen das Sanierungsprojekt eine Beschwerde eingereicht, weil er den Schutz des Ortsbildes gefährdet sah und Verfahrensfehler geltend machte. Darauf verhängte das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) im November 2008 einen Baustopp.
 
Unterdessen gingen auf der deutschen Brückenseite die Sanierungsarbeiten plangemäss weiter. Somit sind die Pflastersteine auf deutscher Seite längst verlegt. Auf dem Schweizer Teil findet sich noch immer der alte Belag. Nun hat der Regierungsrat entschieden und lehnte die Beschwerde ab. Wie der Laufenburger Stadtrat mitteilt, will man nun die „die Fertigstellung der Brücke baldmöglichst an die Hand nehmen“. Der Regierungsrat stufe das Bauvorhaben „insbesondere aus denkmalpflegerischer Sicht zwar nicht als bestmögliche, aber doch bewilligungsfähige Sanierungslösung ein“, teilte die Staatskanzlei Aargau mit.

Laufenburger Brücken-Pech

Brücken scheinen in Laufenburg unter einem schlechten Stern zu stehen. Bereits der Bau der neuen Rheinbrücke hatte für Ärger gesorgt. Bei einer Höhenkontrolle stellte man Ende 2003 eine Differenz von 54 Zentimetern zwischen dem Trassee auf deutscher und jenem auf Schweizer Seite fest. Der Grund für den Unterschied lag in einer unterschiedlichen Messbasis. Deutschland bezieht sich traditionell auf die Meereshöhe der Nordsee, die Schweiz auf das Mittelmeer. Die Differenz beträgt 27 Zentimeter. Bei der Auflage des Projekts im Jahr 1991 war die Horizontdifferenz nicht korrekt interpretiert worden, somit wurde die falsche Seite korrigiert. Im Dezember 2004 konnte die zwölf Millionen Franken teure Brücke eröffnet werden. Sie entlastet die beiden Schwesterstädte vom Durchgangsverkehr. (mai/sda)