Schweizer Denkmalpreis für Menzihaus in Lützelsee ZH

Schweizer Denkmalpreis für Menzihaus in Lützelsee ZH

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Teaserbild-Quelle: zvg

Das Menzihaus im malerischen Lützelsee beim gleichnamigen kleinen See im Zürcher Oberland wurde vom Kanton sanft aber aufwendig saniert. Nun wurde es dafür von der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger (KSD)  mit dem Schweizer Denkmalpreis ausgezeichnet.

Das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Riegelhaus mit Gewölbekeller und Stöckli gilt als charakteristisches Beispiel für die Bauernhäuser des Zürcher Oberlands. Seit 1964 befindet es sich im Besitz des Kantons, der es 2014 sanierte. Das Projekt dürfte anspruchsvoll gewesen sein: Das Gebäude ist ein Inventarobjekt von kantonaler Bedeutung, während Lützelsee im Inventar der Schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt wird. Überdies liegen die Gebäude in einer Landschaftsschutzzone.

Man habe verschiedene Interessen koordinieren müssen, heisst es dazu in der Medienmitteilung des Kantons. Bei der Sanierung sei „bewusst“ nur eine zusätzliche Steigerung des Wohnkomforts und damit eine geringe „Eingriffstiefe in die Bausubstanz“ angestrebt worden. So wurde die traditionelle Beheizung mit Kachelöfen in beiden Stuben beibehalten und lediglich mit einem modernen Heizsystem in einem der Öfen ergänzt. Für eine bessere Isolation wurden in den Zwischenräume zwischen Wandtäfer und Aussenwänden dampfdurchlässige Hanfmatten angebracht. Mit diesen Massnahmen beschränkt sich der beheizte und isolierte Bereich des Gebäudes lediglich auf die beiden Wohngeschosse, während Keller und Dachstock kalt bleiben.

Zudem erwies sich der südöstliche aber nicht einsehbare Bereich des Dachs als geeignet für eine Photovoltaikanlage. Mit einem Teil des dort erzeugten Stroms kann der Warmwasserspeicher versorgt werden, womit es weniger haustechnische Installationen braucht. Zudem wird dank der auf dem Dach produzierten Solarenergie der Gutsbetrieb laut Kanton teilweise energieautark. 

Ein Glücksfall ist für den Kanton auch die Pächterfamilie. Dies, weil sie sich mit einem überzeugenden Konzept für ein Leben im Baudenkmal beworben habe und das Land biologisch bewirtschafte. (mai)