Schweiz: Studenten blicken in die Zukunft

Schweiz: Studenten blicken in die Zukunft

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Teaserbild-Quelle: zvg

Wie sieht die Schweiz in 20 Jahren aus? Diese Frage stellte Verkehrsministerin Doris Leuthard ausgewählten Fachhochschulen anlässlich eines im Ideenwettbewerbs. Sieger wurde die Genfer Haute école du paysage, d’inginérie et d’architectur (Hepia): Mit einer Sonderausgabe der fiktiven Wochenzeitung „Swisstopia“  zeigten die Studenten auf, wie sich die Schweiz entwickeln könnte.  

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Auf dem Dach gleich noch Gemüse und Blumen: Visualisierung aus der fiktiven Jubiläumsaugabe von "Swisstopia".

Den Schwerpunkt legten die Genfer auf das Thema „Raumplanung“ und schufen damit eine Art Drehbuch für die ideale Entwicklung der Schweiz während der kommenden 20 Jahre. Beteiligt waren Studenten der Fachrichtungen Architektur, Landschaftsarchitektur, Agronomie, Bauingenieurwesen, Umweltmanagement und Haustechnik. In ihrer Zukunftsvision wird die Kluft zwischen Stadt und Land nach und nach überwunden. Dabei entsteht eine urbane Gesellschaft, die sich der Natur und dem Miteinander verpflichtet hat sowie Wert auf Nachhaltigkeit legt: Über der Wirtschaft stehen zwar Umwelt und Gesellschaft, dennoch kann laut den „Swisstopia-Autoren“ auch so Mehrwert entstehen. Dazu gehört etwa ein anderer Umgang mit der Zeiteinteilung, zum Beispiel durch die Einführung innovativer Arbeitszeitmodelle. Die Verdichtung von Einfamilienhausquartieren oder die Neuorganisation sozialer Dienstleistungen sind weitere Punkte.

Neue Formen des Zusammenlebens

Gesellschaftliche Veränderungen und mehr ökologisches Bewusstsein – das scheint mehr oder weniger Verfassern der Wettbewerbsbeiträge wichtig. Raumplanung ist ebenfalls ein grosses Thema. Auch der Weg, den sie vorzeichnen ist mehr oder weniger ähnlich. Die Studenten der Hochschule für Technik Rapperswil zeigen dies unter anderem anhand einer Website und dreier kleiner, Animationsfilme auf: Neuartige Formen des Zusammenlebens, energieeffizientere Siedlungsstrukturen oder  mehr soziale Durchmischung sind in ihren Augen wichtig für die künftige Schweiz.  

2035 | Raumlabor Schweiz | Leben in der Agglomeration from HSR Studiengang Raumplanung on Vimeo.

Der Film zeigt, wie sich die Rapperswiler Studenten den Alltag einer 43jährigen Frau vorstellen.


Die Revision des Raumplanungsgesetzes, über welches an der Urne im Frühling 2013 entschieden worden war, bildet einer der Ausgangspunkt der Studenten der Dipartimenteo ambiente costruzioni e design (DACD). Sie nehmen bei ihrer Arbeit – das unter anderem als Pop-Up Buch das Leben in der Schweiz des Jahres 2035 vorstellt –an, dass im 2020 eine Volksinitiative zum Verzicht auf Fossile Energien angenommen worden ist. Verantwortungsvolle Nutzung von Ressourcen sind damit ein grosses Thema für die Zukunft des Landes, aber auch die Verdichtung.

Kleider machen nicht nur Leute

Weniger um Raumplanung sondern wirtschaftlich-soziale Zusammenhänge und deren Bedeutung geht es bei der Arbeit der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK): Die Studenten der Fachrichtungen Design, Industrial Design, visuellen Kommunikation und Mode-Design illustrierten anhand eines Kleidungsstücks, das vollständig vor Ort hergestellt wurde, von der Entwicklung und Gestaltung bis hin zur Produktion und der Distribution. In einer Art Performance kleideten sie die Doris Leuthard gleich damit ein. – „Es sind besonders in der Mode die Produktions- und Distributionsstrukturen, die die im Wettbewerb gestellten Fragen berühren“, heisst es in der Dokumentation zum Wettbewerbsbeitrag. Laut den Studenten unerstützt das aktuelle Konsumverhalten „eine Ökonomie, die eine geografische Zersiedelung provoziert“ und Verkehr sowie Transport intensiviert.

Weniger darum, wie die künftige Schweiz aussehen könnte, als vielmehr darum welche Bilder es von der Schweiz in der Zukunft geben könnte, zeigt das Projekt der Hochschule Luzern Design und Kunst (HSLU). Allerdings standen auch hier Umweltfragen im Zentrum und die Annahme, dass neue Denk- und Handlungsmuster für eine umweltfreundliche Zukunft der Schweiz unabdingbar sind. (mai)

Weitere Informationen: www.morgen-die-schweiz.ch