Schwarm von Mini-Robotern soll Ozean erforschen

Schwarm von Mini-Robotern soll Ozean erforschen

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Forscher der Scripps Institution of Oceanography in Kalifornien haben kleine Roboter entwickelt, die als Schwarm Meeresströmungen und Planktonbewegungen messen sollen. Ein Test mit 16 Prototypen war bereits erfolgreich.

Der Ozean birgt noch viele Geheimnisse. Über ihn wissen wir sehr viel weniger als über das Weltall. Denn dort hinaus schicken wir schon lange tausende Satelliten, um möglichst viele Erkenntnisse zu gewinnen. Doch während wir quasi nach den Sternen greifen, vernachlässigen wir das, was unter uns ist; nämlich den Ozean. Rund 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. In ihre Tiefen sind wir verhältnismässig noch sehr wenig weit vorgedrungen. Forscher der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla Shores in San Diego wollten das ändern. Um den Ozean erforschen zu können, entwickelten sie Roboter, die mit diversen Sensoren ausgestattet sind. Sie sind nicht grösser als eine Grapefruit und sollen sich in Schwärmen von tausenden in die Tiefen der Weltmeere aufmachen. Ihre Aufgabe besteht darin, selbständig eine bestimmte Wassertiefe zu halten und dort Messungen vorzunehmen: Temperatur, Druck oder Wasserbewegungen. Mit Hilfe dieser autonomen Unterwassersensoren – die Mini-Roboter tragen den Namen Mini-Autonomus Underwater Explorers (M-AUEs) – wolle man erstmals ein dreidimensionales Bild der Zusammenhänge zwischen Meeresströmungen und dem Leben der Ozeanbewohner gewinnen, hofft Studienautor Jules Jaffe.

Ihre erste Mission haben die kleinen Roboter bereits hinter sich gebracht. 16 von ihnen trieben in einem etwa 300 Meter weiten Gebiet in zehn Metern Tiefe ohne eigenen Antrieb im Wasser. Sie zeichneten mit hoher Genauigkeit Meeresströmungen auf und lieferten Messdaten zu Temperatur- und Druckveränderungen. Auch akustische Umgebungsgeräusche konnten sie aufnehmen. „Es ist das erste Mal, dass ein derartiger Mechanismus unter Wasser getestet worden ist“, betont Forscher Peter Franks, der am Projekt beteiligt ist. Bei diesem Praxistest sei es darum gegangen, das Schwimmverhalten von Plankton nachzuvollziehen. Mit kleineren Änderungen seien aber auch ganz andere Einsatzmöglichkeiten denkbar. Der Wissenschaftler verweist etwa auf das Verfolgen der Ausbreitung schädlicher Giftstoffe nach einer Ölkatastrophe oder auf die Erforschung der Kommunikation von Walen oder Delfinen. (mt/pd)