Schutzkleidung gegen Laser

Schutzkleidung gegen Laser

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Noch sind erst im Augenbereich verschiedene Schutzklassen für die von Lasern ausgehenden Gefahren genau definiert. Bis heute mangelt es an effizienter Schutzbekleidung. Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes wurden am Laser-Zentrum Hannover in einer internationalen Kooperation von Forschungsinstituten und Unternehmen Schutzbekleidungen gegen Laserstrahlen entwickelt.
 
Vor allem die zunehmende Verbreitung von handgeführten Lasersystemen, zum Beispiel für Schneid- und Schweissprozesse macht einen Schutz auch der Haut immer dringlicher. Bei solchen Verarbeitungsprozessen mit nicht fixierten Laserwerkzeugen hält sich der Bearbeiter in unmittelbarer Nähe der Wechselwirkungszone zwischen Werkstoff und Laserstrahlung bis in den Hochleistungsbereich auf. Eine Unachtsamkeit bei der Handhabung oder beim Auftreffen des Laserstrahls auf hochreflektive Flächen, auf denen der Strahl zurückgeworfen wird und zu Verbrennungen führen kann, macht eine wirkungsvolle Schutzbekleidung nötig.

Aktiver und passiver Schutz

Mit dem im Rahmen des erwähnten Projektes entwickelten Schutzbekleidungs-Konzept verfolgen die Forscher zwei Strategien: Das passive System umfasst mehrlagige technische Textilien. Die oberste Schicht sorgt für eine diffuse Reflektierung des Laserstrahls. Eine dennoch eindringende Strahlung wird mit der zweiten Schicht möglichst breit verteilt. Und eine auch die zweite Lage durchdringende Strahlung trifft auf eine dritte Energiebarriere, die ein Schmerzempfinden verursacht, ein Prozess der gewollt ist, um den Schutzanzug-Träger zu einer schnellen Reaktion zu bringen. Das aktive System umfasst Sensoren, die zusätzlich im Gewebe integriert werden. Diese senden innerhalb von 100 ms ein elektrisches Signal an den Laser zu dessen sofortiger Abschaltung, wofür maximal 80 ms benötigt werden. - Zurzeit befinden sich Prototypen in Entwicklung und Anpassung - eine baldige Markteinführung ist geplant. Eine Erstpräsentation ist an der Messe "LASER World of Photonics" in Hannover noch in diesem Jahr vorgesehen. (mai/mgt)