Schrott als Gold- und Silbergrube

Schrott als Gold- und Silbergrube

Gefäss: 
 
Die reichhaltigsten Gold und Silbervorräte lagern nicht in der Erde, sondern im Elektroschrott. Dennoch werden nur 15 Prozent davon werden recycelt. Das berichten Forscher an einer Tagung der United Nations University in Accra, Ghana.
 
Der Bedarf der Elektronikindustrie an Gold, Silber und anderen wertvollen Rohstoff nimmt noch immer stark zu. Laut Uno beträgt der jährliche Bedarf der Elektronikidustrie 310 Tonnen Gold und 7500 Tonnen Silber im Wert von rund 20 Milliarden Franken. Es geht noch um weitere seltene Metalle wie Lanthan, Yttrium oder Neodymium. Gemäss Uno werden 7,7 Prozent des weltweiten Jahresvorrates an Gold für elektronische Geräte benötigt.
 
Die massive Zunahme führt Luis Neve, Vorsitzender der von der Uno unterstützten Global e-Sustainability Initiative (GeSI), auf die Durchdringung aller Lebensbereiche durch Hightech-Geräte zurück. Wenn auch in vielen Ländern Elektroschrott gesondert gesammelt wird, führt ein nicht fachgerechtes Recycling dazu, dass die Ausbeute mager ist. Nämlich gerade mal15 Prozent des darin enthaltenen Volumens an Gold, Silber und weiteren Rohstoffen.
 
Kostbares Plastik 
 
Gemäss den Uno-Forschern ist auch das Plastik der Gerätegehäuse eine wichtige Ressource. Für eine Tonne Recycling-Kunststoff benötige man nur ein Zehntel des Wassers und der Energie, die für neu produzierten Kunststoff verbraucht wird. Würde man nur die Hälfte des in der Europäischen Union anfallenden Plastiks aus dem Elektroschrott wiedergewinnen, könnte man damit fünf Millionen Kilowattstunden Strom und fast zwei Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Da Erdöl das Rohmaterial für die meisten Kunststoffe darstellt, würden ausserdem etwa drei Millionen Barrel Erdöl weniger benötigt.
 
Die Experten fordern, dass vor allem in den Entwicklungsländern effizientere Methoden und Technologien eingeführt werden sollten. Und die Industriestaaten müssten sicherstellen, dass ihr Elektroschrott nicht ungeregelt exportiert und dann billig und nicht fachgerecht demontiert werde. (mai/mgt)