Schönheit muss leiden

Schönheit muss leiden

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Teaserbild-Quelle: KKL Luzern
Das weit auskragende Dach von Jean Nouvels KKL ist längst zu einem Markenzeichen Luzerns geworden. Zwölf Jahre nachdem sie fertig gestellt wurde, bedarf die gewagte Konstruktion einer gründlichen Sanierung. Seit gestern laufen die Bauarbeiten an der zweiten Sanierungsetappe des Dachs.
 
KKL Luzern
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KKL Luzern
Zwei Gerüste für ein Dach: zurzeit läuft die zweite Etappe der Dachsanierung des KKL.
 
Vor rund zwei Jahren stellte man massive Mängel am fast zwei Fusssballfelder grossen KKL-Dach fest: Wasser drang durch winziger Löcher in der Kupferabdeckung und schädigte die darunterliegende Holzkonstruktion. Die Wassereinbrüche sorgten für Schimmelbefall. Nun muss das Dach geflickt werden.
 
Vergangenen Frühling nahm man die erste Etappe der Sanierung in Angriff: 300 Quadratmeter des Daches wurden geöffnet und danach wurde die Tragkonstruktion überprüft. Die dabei gewonnen Erkenntnisse sollen nun in die zweite Etappe einfliessen. Damals wie heute wurde mit einem Gerüstturm von 21 Metern Höhe, 10 Metern Länge und 5,5 Meter Breite gearbeitet, um den Veranstaltungsbetrieb möglichst wenig zu stören. Dieses Jahr sorgen sogar zwei Türme für einen optimalen Dachzugang, die über den See transportiert werden. Insgesamt werden zwölf Dachbahnen überprüft und, wo nötig, korrigiert. Die dabei entstehenden Dachöffnungen werden mit einem Notdach gedeckt und geschützt.

Überraschungen nicht ausgeschlossen

Das KKL nennt folgende Arbeiten, die voraussichtlich Anfang Oktober beendet sind:
  • Begutachtung der Tragfähigkeit der Sekundärkonstruktion, wobei eventuell Arbeiten für die Stabilitäts-Erhöhung durch die Erneuerung und Verstärkung der Konstruktion nötig werden.
  • Anbringen einer netzartigen Struktur, damit die Dachentlüftung optimiert werden kann.
  • Einbau einer wasserabweisenden Bitumen-Dachhaut
  • Neue Kupfer-Dacheindeckung mit erhöhten Überlappungs-Profilen.
Insgesamt wird die Generalüberholung des KKL Luzern bis 2028 etwa 29 Millionen Franken kosten. Die Stadt und Private steuern dazu 19 Millionen Franken bei. Ein definitiver Verteilschlüssel ist noch nicht formuliert. Fest steht jedoch, dass gegen die Übernahme eines grossen Beitrags durch die Stadt keine grundsätzlichen Einwände gemacht werden. (mai/mgt)
 
 

Daten zum Dach

Gesamtfläche: 12'000 Quadratmeter (107 m x 112 m)
Davon Dachuntersicht: 7'000 Quadratmeter
Dachhöhe: 21 Meter
Trägerhöhe des Daches: 3,7 Meter bis wenige Zentimeter
Maximale Auskragung der Nordseite: 45 Meter
Maximale Durchbiegung bei Schneelasten: bis 228 Millimeter
Gewicht: 2'400 Tonnen