Schöner Schwimmen in St. Moritz und Wil

Schöner Schwimmen in St. Moritz und Wil

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Teaserbild-Quelle: zvg
Vergangenes Abstimmungswochenende fand unter anderem das Drama um das St. Moritzer Hallenbad ein – je nach Lesart – trauriges Ende. Daneben gab der Winterthurer Souverän grünes Licht für das Megaverwaltungsgebäude „Superblock“ auf dem Sulzerareal und in Zug wurde der Baubauungsplan „Gartenstadt Süd“ gut geheissen.
 
 
Gemeinde St. Moritz, Baukredit von 64,7 Millionen für neues Hallenbad. Nach jahrelangen Diskussionen kommt St. Moritz zu einem neuen Hallenbad - im fünften Anlauf. Den dafür nötigen Baukredit von 64,7 Millionen haben die Stimmberechtigten mit einem sehr deutlichen Mehr gutgeheissen. Damit erhalten die Einwohner von St. Moritz allerdings nicht nur ein Schwimmbad sondern ein ganzes Sportzentrum: Der Entwurf „Eau vive“ der Architektengemeinschaft Bearth & Deplazes aus Chur und Morger + Dettli aus Basel sieht auf vier Geschossen ein Hallenbad mit einem Aussenbad vor sowie eine Sonnenterasse, eine Wellnessanlage, ein Fitnesszentrum und ein Outdoorsport-Zentrum. Dies bedeutet das Ende eines neun- bis vierzehnjährigen Trauerspiels, in dem es dem Nobelkurort nicht gelang, sein altes Hallenbad auch nur zu sanieren. Stattdessen gab es endlose Verhandlungen zwischen der Gemeinde und der Besitzerin des teilprivatisierten Hallenbades, der St. Moritz Bäder AG, aufwallende Emotionen und vier gescheiterte Sanierungs- und Erweiterungsprojekte. In der Zwischenzeit platzten im 1968 vom renommierten Bündner Architekten Robert Obrist gebauten alten Hallenbad die Wasserleitungen im Monatsrhythmus. Zuletzt führten die Querelen zur Schliessung des einzigen öffentlichen und dringend sanierungsbedürftigen Bades, dessen Tage nun gezählt sind. Denn die St. Moritzer hatten sich in einer Volksabstimmung vom Jahr 2007 gegen eine Sanierung und für einen Neubau auf eigene Kosten aus ausgesprochen.
 
Stadt St. Gallen: Kredit von 159 Millionen Franken für Erdwärmeprojekt. Die Stadt St. Gallen baut für 159 Millionen Franken ein Erdwärme-Kraftwerk und erweitert das Fernwärme-Netz. Die das Stimmvolk sagte mit einem überwältigenden Mehr Ja zum Ökostromprojekt. Es handelt sich dabei um den bisher grössten städtischen Kredit : 76 Millionen Franken kosten die Tiefenbohrungen und der Bau des Kraftwerks; für 83 Millionen wird das bestehende Fernwärme-Netz in Etappen ausgebaut. Mittelfristig sollen bis zur Hälfte der Wohnhäuser umweltfreundlich mit Geothermie geheizt werden. – Unter der Stadt wird in einer Tiefe von 4000 bis 5000 Metern heisses Wasser von bis zu 170 Grad erwartet. Seismische Messungen lieferten gute Vorzeichen. Das Projekt ist aber nicht ohne Risiko: Im schlechtesten Fall droht der Stadt ein Verlust von 60 Millionen Franken. Ein Drittel davon ist vom Bund versichert.
 
Stadt Winterthur: Projekt „Fokus“, Zentralisierung der Winterthurer Stadtverwaltung. Die Büros von über 800 Angestellten der Stadt werden in der Überbauung „Superblock“ ab voraussichtlich 2015 auf dem Sulzerareal konzentriert. Das Stimmvolk stimmte der Dislozierung der auf insgesamt 25 Standorte verteilten Stadtverwaltung in den neuen Börokomplex klar zu. Finanziert und gebaut wird die Überbauung „Superblock“ von der Versicherungsgesellschaft Axa. Die Stadt Winterthur wird sich für 6,85 Millionen Franken pro Jahr dort einmieten und das Gebäude mit der Axa teilen, die dort ihrerseits 1200 Arbeitsplätze ansiedelt. Für die Architektur zeichnet das Wiener Büro Krischanitz & Frank Architekten verantwortlich.
 
Stadt Zug: Bebauungsplan „Gartenstadt Süd“. Die Zuger Stimmberechtigten haben dem Bebauungsplan Gartenstadt Süd deutlich zugestimmt. Damit kann das Gebiet Gartenstadt Süd nun weiter entwickelt und die brachliegenden Flächen können überbaut werden. Der Bebauungsplan sei eine gute Lösung, um die Stadtrat und Grundeigentümer während Jahren gerungen hätten, sagte Bauchefin Andrea Sidler. Dennoch steht nicht fest, ob in dem Gebiet tatsächlich gebaut werden kann: Denn auch die Zuger Regierung muss den Plan noch genehmigen.
 
Stadt Wil SG: Baukredit von 57,5 Millionen für Sportpark Bergholz. Die Stadt Wil erhält einen neuen Sportpark Bergholz mit Hallenbad, Eishalle und saniertem Fussballstadion. Die Stimmberechtigten hiessen den Baukredit von 57,5 Millionen Franken mit einem klaren Mehr gut. Das Projekt umfasst die Sanierung des Fussballstadions, der Eishalle und des Freibads sowie den Bau eines Hallenbads. Gebaut wird nach Entwürfen des St. Galler Architekturbüros K + L Architekten AG. (mai/sda)