Schlussspurt zum Jahresende

Schlussspurt zum Jahresende

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Teaserbild-Quelle: Grafiken: «baublatt»
 
Die Baugesuche legten im Dezember 2010 gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 21,8 Prozent zu. Im Zehn-Jahres-Vergleich erreichen sie mit 3346 einen Rekordwert. Ebenso stiegen gemäss «baublatt»-Bauinfo-Center die Baubewilligungen um 23,1 Prozent auf 2111. Doch trotz dieses guten Resultats: Auch im diesjährigen Weihnachtsmonat legte die Bauwirtschaft eine Verschnaufpause ein. So sanken gegen­über dem November die Baugesuche um 16,9 und die Baubewilligungen um 9 Prozent.
Momentan bewegt sich die Baukonjunktur auf sehr hohem Niveau, selbst wenn sie sich – ­bedingt durch die weniger dynamische Wintersaison – etwas abkühlt. Für das gesamte Jahr 2010 weist die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) mittels der «baublatt»-Daten für die Bauwirtschaft eine Wachstumsrate von 3,1 Prozent aus. 2011 soll sie 2,4 Prozent betragen.

Zurückhaltung am Genfersee

Zur starken Verfassung der Bauwirtschaft steuerten im Dezember 2010 hauptsächlich die deutsche und die italienische Schweiz bei, wo die Baugesuche im Vergleich zum Vormonat um 27,9 respektive 60,2 Prozent zunahmen. Im Gegensatz dazu stagnierten sie in der Westschweiz
(+ 0,6 Prozent) beinahe. Vermutlich ist im überhitzten Immobilienmarkt am Ufer des Genfersees Vorsicht eingekehrt. Entsprechend sanken die Genfer Baugesuche im Dezember um 6,7 Prozent, und in der Waadt stiegen sie nur noch um 6,4 Prozent an. Besonders viele Gesuche ­verzeichneten im Dezember 2010 die Kantone Basel-Stadt (+225 Prozent), Appenzell Ausserrhoden (+159) und Uri (+70). Stark rückgängig waren sie in Nidwalden (–23,5 Prozent) und in Neuenburg (–16,7).

Wirtschaftsbau zieht an

Wie bereits in den Vormonaten wird im Segment Einfamilienhäuser weit mehr renoviert als neu gebaut. Bei den Mehrfamilienhäusern verläuft dieser Trend indessen umgekehrt. Insgesamt legten die Baugesuche für Einfamilienhäuser um 19,2 Prozent zu, für Mehrfamilienhäuser um 22,8.
 
Ebenfalls zunehmend investiert wird in öffentliche Bauten vor allem der Bereiche Bildung, Kanalisation, Signal- und Hochspannungsleitungen, aber auch Brücken und Hochwasserschutz. Trotz anhaltender konjunktureller Unsicherheiten hat sich zudem die positive Entwicklung bei den Wirtschaftsbauten fortgesetzt. Einen Nachholbedarf verzeichnen hier vor allem die Industrie und das Gewerbe, deren Gesuche im Dezember um 40,4 Prozent emporschnellten. Aber auch die Land- und Forstwirtschaft sowie das Gastgewerbe und der Fremdenverkehr legten um 32,6 respektive 17 Prozent zu. Im Segment Handel und Verwaltung (+28,7 Prozent) hält der positive Trend schon seit längerem an. Es zeigen sich darin die bessere Krisenresistenz des Dienstleistungs­sektors und der antizyklische Spielraum der öffent­lichen Hand.
(ur)