Schlangenlinien über Los Angeles

Schlangenlinien über Los Angeles

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Teaserbild-Quelle: zvg
Die Tage des Sixth-Street-Viadukt von Los Angeles sind gezählt. Die 1932 erbaute ­Brücke, die das Zentrum mit den Boyle Heights im Osten der Stadt verbindet, ist in einem dermassen schlechten Zustand, dass sie ersetzt werden muss.
 
 
Schuld daran ist der Zement. Eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion hatte an den einzelnen Bauteilen zu massiven Rissen geführt. Neu ist dieses Problem nicht, bereits 20 Jahre nach der Eröffnung begann sich das Material zu zersetzen. Bis heute wurde immer wieder versucht, das marode Bauwerk zu restaurieren. Ohne ­Erfolg. Schliesslich schrieb die Stadt einen internationalen Architekturwettbewerb für ein neues Viadukt aus. Gewonnen hat der Vorschlag des US-Büros HNTB. Die Architekten entwarfen ein filigranes Bauwerk, das auf den ersten Blick zu schweben scheint und von zwei wellenförmigen Linien getragen wird.
 
Allerdings ist ihre ­Kreation mehr als ein ­Verbindungsglied für den Verkehr zwischen ­Osten und Westen der Stadt. So lassen sich die geschwungenen Bögen in Grünräume integrieren und funktionieren, weil sie begehbar sind, auch als Aussichtspunkte. Auch sonst soll der Fuss des Viadukts als ­gestaltendes Element dienen. Zwischen seinen Verstrebungen ist Raum für ­Ateliers, Läden, Restaurants oder Cafés.
 
Kosten soll der Bau des über 10 Kilometer ­langen Viadukts rund 380 Millionen Franken. Der Spatenstich ist für 2015 vorgesehen und die ­Eröffnung 2019. (mai)